Druckschluss: 1. Mittwoch des Monats, 06.00 Uhr

Bestens ausgerüstet im neuen Werkhof: Der Leiter Werkbetriebe und Brunnenmeister Stefan Vatter und Stv. Gabriel Fischer.

Wasser – Das wichtigste Lebensmittel überhaupt

Text und Bild: Fabienne Hunziker

Die Zeiten, als das Amt des Brunnenmeisters im Nebenamt ausgeführt werden konnte, sind definitiv vorbei. Wasser ist schliesslich das kostbarste Gut für Mensch, Tier und Natur. Dementsprechend genaue Richtlinien müssen von Stefan Vatter und Gabriel Fischer bei der Trinkwasserversorgung 24 Stunden an 365 Tagen eingehalten werden.

Die Regale im Büro von Werkmeister Stefan Vatter sind mit Ordern voller Regelwerk, Vorschriften, monatlichen Rapporten, Ausbildungsunterlagen und auch Notfallplänen gefüllt. Aus gutem Grund, wie Stafan Vatter betont. Das wichtigste Lebensmittel, nicht nur für uns Menschen, ist das Wasser. Dazu Sorge zu tragen, die Verfügbarkeit zu gewährleisten, tägliche Kontrollen und notwendige Massnahmen zu ergreifen, gehören zu den verantwortungsvollen Aufgaben des Brunnenmeisters. Das Trinkwasser muss den HACCP-Richtlinien (HACCP = hazard analysis and critical control points) entsprechen. Wie beim Betreten einer Lebensmittelfabrik, unterliegt auch das Betreten eines Wasserreservoirs strengen hygienischen Anforderungen.
Der Abnehmer erwartet, dass zu jeder Zeit und ohne Unterbruch Wasser in genügender Menge und mit ausreichendem Druck zu Trink-, Brauch- und Löschzwecken zur Verfügung steht. Der Brunnenmeister betreibt, überwacht und unterhält gemäss Pflichtenheft die ihm anvertrauten Wasserversorgungsanlagen. Er ist verantwortlich für eine optimale und wirtschaftliche Nutzung der Wasserbezüge in der Gemeinde. Eine grosse Verantwortung, welche auf den Schultern des Brunnenmeisters und seinem Stellvertreter lastet. Gesetze und Vorschriften müssen immer eingehalten werden. Seien es welche der SUVA, das Feuerwehrgesetz des Kantons, das Wasserreglement der Gemeinde Meisterschwanden, wie bereits erwähnt das Lebensmittelgesetz sowie auch Schutzzonenreglemente oder die Bedienungsvorschriften der einzelnen Anlagen. Der Rund-um-die-Uhr-Pikettdienst muss stets gewährleistet sein. Bricht eine Leitung oder schlägt das moderne System sonst Alarm, muss einer der beiden Verantwortlichen zur Stelle sein. Jedes Vorkommnis, welches von der regulären Routine in der Wasserversorgung abweicht, wird genauestens dokumentiert und die Daten werden abgelegt.

Planbar sei nicht vieles in diesem Beruf, so Stefan Vatter, die Wochenplanung sei rückblickend selten deckungsgleich mit der erlebten Realität. Dies mache diese Aufgabe aber spannend und sehr interessant. Um immer den neusten Anforderungen und Richtlinien gerecht zu sein, hat er vor kurzem auch die Ausbildung als Wasserwart abgeschlossen. Ständige Weiterbildungen und Vertiefungen in die Materie seien unumgänglich und enorm wichtig. Entwicklungen im Bauwesen, klimatische Veränderungen oder Veränderungen in der Landwirtschaft, in welcher beispielsweise künftig wieder mehr Gemüse angebaut wird, erfordern ständige Wachsamkeit und Kontrollen in der Wasserversorgung. Stefan Vatter hofft, dass es nie zum Einsatz des Notfallplans kommt. Denn die Verantwortung dafür zu tragen, entscheiden zu müssen, wer nun wann wie viel Wasser erhält, wäre doch etwas heftig und wirklich nicht wünschenswert. Ein vernünftiger Umgang mit dem Trinkwasser, Mitdenken und Handeln wünscht sich Stefan Vatter auch von der Bevölkerung. Verbote auszusprechen, seien nicht schön. Ein Hinweis und Aufruf an die Bevölkerung Wasser zu sparen, wie es im letzten Sommer notwendig war, sollte jeden Bürger zum Nachdenken und vor allem zum Handeln bewegen. Solche Massnahmen geschehen nicht aus einer Laune der Gemeinde oder des Brunnenmeisters heraus, sondern immer aus gut überlegten und prophylaktischen Gründen.