Druckschluss: 1. Mittwoch des Monats, 06.00 Uhr

V.l.n.r.: Fingerarthrose, Dupuytren, Knopfloch

Verkrümmte Finger – Vortrag Dr. Mathias Wolf

Bild: zvg

Eine Krümmung eines Fingers kann vielerlei Ursachen haben und kann angeboren sein oder durch Abnutzung oder durch Verletzung entstehen.

Ein Spickfinger macht sich durch ruckartiges Hängenbleiben während der Bewegung bemerkbar. Die zu dicke Sehne bleibt in einem kleinen Kanal im Handteller hängen. Anfänglich ist die Stelle nur schmerzhaft, dann bleibt der Finger hängen, im Weiteren – meist erst nach Wochen - kann man den Finger nur noch mit der Kraft der anderen Hand lösen, und schliesslich kann der Finger gar nicht mehr bewegt werden und bleibt krumm. Helfen kann oft eine einfache Cortison-Injektion, bei fortgeschrittenen Fällen eine kleine Operation.

Recht häufig ist die Fingerarthrose (Bild). Sie kann die Mittelgelenke und Endgelenke der Finger verdicken, unbeweglich machen und verbiegen. Spezielle Behandlungen sind nur bei Schmerzen notwendig. Wärme und Ultraschall können helfen. Am Mittelgelenk kann eine operative Schmerznervdurchtrennung sehr hilfreich sein, am Endgelenk hilft meist nur eine Versteifung. Eine künstliche Begradigung ist leider ohne gleichzeitige Versteifung nicht möglich.

Die Dupuytren-Erkrankung ist eine erbliche Bindegewebserkrankung, bei der die Elastizität einer Bindegewebsplatte im Handteller fehlt. Es kommt über viele Jahre hinweg zu einer Verknorpelung der Haut, die nur selten schmerzhaft ist, dann zu einer Verkrümmung im Grundgelenk eines Fingers und schliesslich auch im Mittelgelenk (siehe Bild). Die Verknorpelungsstränge sehen aus wie Sehnen, sind aber keine. In manchen Fällen hilft das Tragen eines Streckhandschuhes nachts. Eine Therapie ist dann erforderlich, wenn die Verkrümmung stört. In vielen Fällen kann eine Injektion eines Enzyms helfen, das ein Aufdehnen des Fingers nach einigen Tagen ermöglicht. In anderen Fällen hilft nur eine Operation, wobei der verknorpelte Strang entfernt wird. In beiden Fällen kann die Verknorpelung wieder erneut auftreten, meist jedoch erst nach Jahren.

Bei Stössen auf den Finger, meist beim Sport durch einen Ball, kann es zu Sehnenrissen kommen. Beim Knopfloch-Finger reisst ein Strecksehnenteil am Mittelgelenk, was zu einer Beugestellung im Mittelgelenk führt Beim Hammerfinger reist die Strecksehne am Endgelenk. Beide Verletzungen müssen behandelt werden, was meist mit einer mehrwöchigen Schienenbehandlung gelingt.

Andere Ursachen einer Fingerverkrümmung kann der angeborene Krummfinger sein (meist Kleinfinger), eine Bandschwäche, Rheuma, ein schlecht verheilter Knochenbruch, eine Ausrenkung oder eine Sehnenverwachsung nach einer Verletzung.


Dr. Mathias Wolf, Handchirurgie und Fusschirurgie, Sprechstundenanmeldung 077 454 58 81 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, im Asana Spital Menziken