Druckschluss: 1. Mittwoch des Monats, 06.00 Uhr

Der etwas andere Blick ins Innere

Text und Bild: Eing.

Gut 80 Samariter aus den umliegenden Vereinen Fahrwangen-Meisterschwanden, Bettwil, Sarmenstorf und die Helpgruppe Hallwilersee sowie der Gastgeberverein Samariter AeschPlus stellten am 10. Mai ihr Wissen an der Regionalen Feldübung auf den Prüfstand.

Was gibt es im Bauchraum für Organe, wie verhalte ich mich bei einem Unfall mit Verdacht auf eine Verletzung im Bauchraum, wie erkenne ich gefährliche Stoffwechselerkrankungen im Alltag und leiste Erste Hilfe. Die interessanten Übung zusammengestellt und geleitet haben die Technischen Leiterinnen Brigitte Stadelmann (Kursleiterin IVR Stufe II), Marianne Bieri-Lussi und Susanne Gerig.

Die Samariter halfen nach dem Motto «schauen, denken, handeln.» An allen Posten wurde fleissig und diszipliniert gearbeitet.

Nach dem Apéro beim Schulhaus Aesch und der Begrüssung durch das Co-Präsidium Franz Weibel und Angela Häberli gings los. In einem der Ateliers trafen die Samariter auf eine Verletzte. Nach einem Sturz mit dem Kickboard mit starkem Aufprall direkt auf den Lenker fühlte sich die Verunglückte gar nicht mehr wohl. Was tun? Die helfenden Samariter erkannten die lebensbedrohliche Situation auf Anhieb und reagierten korrekt. Bei diesem Posten ging es um Erste Hilfe nach einem Unfall mit Verdacht auf innere Blutungen, zudem wurden die Anatomie der Milz und die Organspende thematisiert.

Situation an einem Fest. Verwirrte Person, unruhig, zittrig. Sie kommt auf den Samariterposten. Da war ein kühler Kopf der Helfer gefragt, wie analysiere ich die Situation. Schnell war klar, da haben es die Samariter mit einem Notfall zu tun, bei dem es sich um eine Stoffwechselerkrankung handelt. Was also tun? Im Atelier ging es darum, zu erkennen, hier muss der Blutzucker gemessen werden.

Ums Platzieren der Inneren Organe in einem Torso, diese zu benennen und ihre Funktionen zu kennen, ging es in einem weiteren Atelier. Eines der Highlights der Feldübung war das Atelier im «Operationssaal» Vereinsarzt Jakob Bieri zeigte an den inneren Organen eines Schweins einszueins, wie diese in unserem Körper positioniert sind. Es war enorm spannend zu sehen. Der Kehlkopfschnitt beeindruckte die um den Operationstisch stehenden «Studenten», auch wenns die Einen ein bisschen Überwindung kostete. «Ich hoffe, ihr habt alle den Blick ins Innere genossen, habt davon profitiert und nehmt etwas mit heim», sagte Jakob Bieri in seinem Rückblick.

Der Aescher Sozialvorsteher René Rappaz lobte die Arbeit der Samariter, wie schnell treffe man doch auf jemanden, der sich verletzt. Es sollte in jedem Menschen ein wenig ein Samariter stecken, «am schlimmsten ist, nichts zu machen». Er dankte auch den beiden Gemeinderätinnen von Schongau Ruth Keller und Melanie Casanova für ihr Interesse an der Feldübung. Sie seien froh Samariter im Dorf zu haben. Vor gut einem Jahr haben sich die Samaritervereine von Schongau und Aesch-Mosen zusammengeschlossen. «Wir freuen uns jetzt gemeinsam als Samariter AeschPlus unterwegs zu sein», sagte Co-Präsident Franz Weibel.

Soviel Üben machte Hunger und so genossen alle das Nachtessen im Restaurant Tellimatt. Der gemütliche Teil ist jeweils ebenfalls ein wichtiger Faktor bei der Regionalen Feldübung.