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Pascal Hofmann vor der Selbstbedienungsstation beim Leimbacher Milchhüsli und bei der Ziegenschar am Fusse des Hombergs.

Pascals feine Käsespezialitäten aus dem Milchhüsli

Text und Bild: Thomas Moor

Das Leimbacher Milchhüsli an der Seebergstrasse 110 lebt wieder. Verantwortlich dafür ist der Beinwiler Pascal Hofmann, der dort seit dem Frühling 2021 mit Leidenschaft feine Käsespezialitäten aus Kuh- und Ziegenmilch produziert und diese auch zum Verkauf anbietet.

Den Selbstbedienungs-Kühlschrank vor dem Milchhüsli bestückt Pascal Hofmann gerade wieder mit dem Heublueme-Traum, dem Seeberger-Senior und der neuesten Kreation, dem Winzermeister mit Rotwein affiniert. Alles Halbhartkäsevariationen aus Rohmilch, welche von ihm in einhundertprozentiger Handarbeit produziert, im Naturkeller gereift und anschliessend vakuumiert und etikettiert werden. Über die Nachfrage seiner Käsespezialitäten könne er sich nicht beklagen, wie er erzählt. Die Käserei sei für ihn aber eigentlich nur ein Hobby. Ein Hobby, das er (obwohl Aufwand und Ertrag nicht übereinstimmen) mit Herzblut ausübt. Nicht zuletzt auch deshalb, weil Themen rund um die Landwirtschaft inklusive Tierhaltung für ihn schon immer von grossem Interesse waren. So auch im Militär, wo er Dienst als Veterinärsoldat leistete. «So gesehen wäre auch Tierarzt als Beruf für mich durchaus eine Option gewesen.» Nun: Seit 2017 drückt Pascal Hofmann die Schulbank und studiert an der ETH Zürich Agrarwissenschaft und steckt zur Zeit an seiner Masterarbeit. Dazwischen ist er aber auch immer im Leimbacher Milchhüsli anzutreffen. Jenem Ort, wo die Bauern der Milchgenossenschaft ihre Milch jeweils ablieferten und wo schon sein Grossvater Kurt Maurer Hand anlegte. Jetzt hat Pascal Hofmann dem Milchhüsli wieder Leben eingehaucht. Dies, nachdem er die elterliche Küche in Beinwil am See für die Käseproduktion immer wieder blockierte und diese beinahe aus allen Nähten platzte. Hier fanden übrigens seine ersten Gehversuche im «Chäsen» statt – mit Milch vom Stierenberg ob Rickenbach, die er von der Bauernfamilie Wismer bezog, bei welcher er ein Berufspraktikum absolviert hat.

«Die Käserei fasziniert mich», wie er sagt. Bevor er allerdings die Faszination weiter ausleben und das Chäsen im grösseren Stil in Angriff nehmen konnte, musste das leerstehende Milchhüsli, das er von der Milchgenossenschaft mieten konnte, mit der dafür nötigen Infrastruktur ausgerüstet werden. Kochkessel, Milchkühler, Frigor, Schwingbesen, Käseharfe etc.: Praktisch alle Gerätschaften zog sich Pascal via Online-Auktionsplattformen an Land. Doch alleine dabei blieb es nicht: Er kaufte sich auch noch Rohstofflieferanten dazu. Sprich: Milchziegen. Aktuell stehen gemsfarbige Gebirgsziegen, Toggenburger Ziegen, Saanenziegen und Bündner Strahlenziegen im Stall – dem «Geissehöfli» – am Fusse des Hombergs. Dort können sie sich nach Lust und Laune auf den saftigen Wiesen rund um den Stall tummeln. Regionale Bauern aus Walde, Gontenschwil und Beinwil am See beliefern ihn zudem mit Kuhmilch. Daraus stellt er die Käsespezialitäten her, die neben der Selbstbedienungsmöglichkeit beim Milchhüsli, in den jeweiligen Hofläden der Milchlieferanten gekauft werden können. Auch der Leimbacher Globi-Buur hat Pascals Käse im Angebot. Zum grossen Klassiker, neben den bereits eingangs erwähnten Sorten, gehört das Mutschli. Beliebt bei Geissenmilch-Liebhabern ist der Feta-ähnliche, gewürfelte und in Öl eingelegte Salatkäse mit oder ohne Kräuter, der zum Sommerhit avanciert. Ein Genuss ist auch die «Heisse Geiss», die man paniert und anschliessend in der Bratpfanne zubereitet. «Die verkäste Menge von jeweils 200 Liter frischer Milch aus der Region erlaubt es, einzigartige und hochstehende Produkte zu produzieren», sagt Pascal Hofmann. Wobei die Leidenschaft, die in jedem Arbeitsschritt steckt, ebenfalls ein wichtiger Bestandteil seines Erfolgsrezeptes ist.

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