lehrstellen

Katrin Müller wieder fester Bestandteil des OL-Nationalkaders

Text und Bild: Eing.

Der Schweizerische OL-Verband hat das Nationalteam 2022 im Orientierungslauf bekannt gegeben und erfreulicherweise ist auch Katrin Müller (Beinwil am See), Mitglied der OL-Gruppe Rymenzburg, wieder ein fixer Teil davon. Nachdem Sie im letzten Jahr der Anschlussgruppe angehörte, wurde sie nun wieder fürs B-Kader selektioniert. Katrin Müller schätzt ein:

Zwischen 2018-2020 warst du bereits Mitglied im B-Kader und wurdest 2021 in die Anschlussgruppe «degradiert». Nun bist du zurück – wie gross ist die Genugtuung?
Es freut mich sehr, dass ich wieder fester Teil des National-Teams bin. Ebenfalls hilft mir der Kaderstatus, dass mein Sportlerleben eine offizielle «Berechtigung» hat. Dies ist vor allem nützlich, wenn es um die Sponsorensuche geht. Gelegen kommt mir auch, dass ich so für meine Masterarbeit von der ETH mehr Zeit bekomme, so dass mir neben der Arbeit genug Raum fürs Training und die Erholung bleibt.

Wie hast du dich in der Anschlussgruppe organisiert und finanziert?

Glücklicherweise konnte ich mich auf die gleiche Art finanzieren wie während meiner Kaderzeit, nämlich durch meine treuen Sponsoren. Vielen Dank an dieser Stelle! Grundsätzlich ist der Selbstbehalt für die Anschlussgruppe tiefer als fürs B-Kader, weil man an weniger Trainingslagern teilnehmen kann. Es kam aber ein grösserer organisatorischer Aufwand auf mich zu, um mir OL-spezifische Trainings zusammenzustellen. Dies war dank den nationalen Trainingszentren in Zürich und Bern, meinem schwedischen Klub und meinem sonstigen OL-Umfeld gut machbar.
Im August konntest du zum ersten Mal am Weltcup in Schweden antreten, im Oktober am Weltcupfinal in Italien und nun die Selektion – lief alles nach Plan?
Da ich durch den Winter und auch lange im Frühling keine Vergleiche mit den anderen OL-Läuferinnen hatte, wollte ich mir, um mir Druck zu nehmen, keinen Plan für die internationale Saison, die selektionsabhängig ist, machen. Natürlich liebäugelte ich mit dem einen oder anderen Einsatz. So war und ist es umso schöner zu sehen, dass sich mein Aufwand, den ich schon seit mehreren Jahren für den Sport betreibe, auszahlt.

 


Du hast diesen Herbst deine ersten Weltcuppunkte gesammelt, was nimmst du sonst noch mit von den ersten Weltcup-Erfahrungen?
Sicher das gute Gefühl, die Selektion geschafft zu haben und an meine ersten Weltcups reisen zu dürfen. Vor dem ersten Weltcup war ich sehr nervös, da ich nicht wusste, was auf mich zukommt. Ich lernte daraus und für den zweiten Einsatz in Italien wusste ich, welche gute Stimmung mich erwartet, und dass es auch «nur» OL ist. So konnte ich mich viel besser auf die Aufgabe im Wald, das heisst auf das Kartenlesen und das Pushen, konzentrieren. Ebenfalls nehme ich das schönste OL-Erlebnis der Saison mit, welches mir über die Mitteldistanz in Italien glückte. Vom Einlaufen an fühlte ich mich super und konnte während dem ganzen Lauf arbeiten und meine Ziele umsetzen. Für mich ist es eine grosse Genugtuung, an einem wichtigen Wettkampf die Leistung abzurufen, zu der ich fähig bin.

Momentan befindest du dich in der Trainingspause – wie sieht dein Wintertraining aus?
Dies wird mir mein Physis-Trainer morgen mitteilen (lacht). Konkret werde ich zuerst einen Kraftblock absolvieren, um wirklich den Kraftaufbau zu fördern, damit ich verletzungsfrei bleibe und die vielen Trainingsstunden, die nachher folgen werden, wortwörtlich, verkrafte. Ich freue mich jetzt schon wieder auf das abwechslungsreiche Wintertraining mit den verschiedenen Laufeinheiten, einem wöchentlichen OL-Training, vielen zurückgelegten Bahnlängen im Schwimmbad, der einzigen Zeit, in welcher ich TV-Serien schaue, nämlich auf dem Spinning-Velo, und den verschneiten Szenen, die ich auf den Langlaufskis antreffen werde.

Was sind deine Saisonhöhepunkte vom nächsten Jahr?
Mein grösstes Ziel im nächsten Jahr ist die Wald-EM in Estland. Daneben wird sicher die Studenten-WM hier in der Schweiz ein Highlight.

Im Sommer 2023 finden die OL-Weltmeisterschaften in der Schweiz statt. Wie fest motiviert dich das im Training?

Im Training selbst denke ich kaum an Anlässe. Viel mehr ist die Gestaltung der Trainings auf die Anlässe ausgerichtet. Ich war zum Beispiel vor zwei Wochen noch in Estland, um herauszufinden, was es für dieses Gelände speziell braucht. So werde ich in diesem Wintertraining den Fokus speziell auf das präzise Kompasslaufen legen. Die WM 2023 ist aber schon seit längerem in unseren Köpfen, und ich gebe alles, um mich für einen Einsatz selektionieren zu können.

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