lehrstellen

Der Findling kommt bei den Bauarbeiten für die Tiefgarage zum Vorschein.

1700 Tonnen vom Gletscher geliefert

Text und Bild: Eing.

Bei den Bauarbeiten auf der grossen Baustelle im Boniswiler Dorfzentrum erlebten die Verantwortlichen eine ziemlich mächtige Überraschung. Auf dem Areal des ehemaligen Restaurants Ochsen, wo drei Mehrfamilienhäuser entstehen, stiess man bei den Grabarbeiten für die Tiefgarage auf einen Findling. Dessen Umfang wird auf 850 Kubikmeter und das Gewicht auf 1700 Tonnen geschätzt.

Weil das Ungetüm zu gross für einen Abtransport war, musste der Fels von Fachleuten mit insgesamt acht auf eine Woche verteilten Sprengungen beseitigt werden. Pro Sprengung wurden zwischen 10 und 15 Kilogramm Dynamit benötigt.

Insgesamt 1440 Tonnen Material konnten auf diese Weise – in handlicheren Stücken – abtransportiert werden. Rund 150 Kubikmeter verbleiben im Boden – in einer Tiefe, in welcher sie die Bauarbeiten nicht mehr beeinträchtigen.

Vor der Sprengung wurde der Gletscher-Findling von Geologen des Kantons begutachtet. Erste Untersuchungen zum Fels ergaben folgende Erkenntnisse: Es handelt sich um einen Kalkarenit, einen Kalkstein mit grossem Sandanteil. Im Stein liessen sich auch Crinoidenbruchstücke (Seelilien) nachweisen. Unter der Lupe waren zudem Quarzkörner erkennbar. Das rötliche Anwittern belegt, dass das Gestein sehr eisenreich sein muss. Die Herkunft des Findlings ist das zentrale Helvetikum, die Innerschweizer Alpen. Er wurde vom Reussgletscher quasi frei Haus bis nach Boniswil transportiert.

2021 12 findling2Der Stein nach der ersten von acht Sprengungen.

 

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