lehrstellen

Einweihung des Kleinstrukturenlehrpfades

Text und Bild: Fabienne Hunziker

Am 23. Oktober war es so weit, der neu erstellte Lehrpfad konnte eingeweiht werden. Das grosszügige Areal wurde vom Gemeinderat zur Verfügung gestellt. Der Natur- und Vogelschutzverein, Vertreterinnen des Naturama Aargau mit dem Projekt «Natur findet Stadt» sowie der Gemeinderat freuten sich sehr darüber, der Bevölkerung, dieses Projekt vorstellen zu können.

Natur findet Stadt oder in diesem Fall auch ein Dorf, nämlich Gontenschwil. Das umgestaltete Areal neben dem Schulhaus bietet Tieren und Insekten naturnahe Lebensräume und soll die Bevölkerung darüber aufklären, wie man mit wenigen Mitteln auch im eigenen Garten Grosses für die Erhaltung der Artenvielfalt bewirken kann. Als Aufwertung des vom Gemeinderat zur Verfügung gestellten Areals entschied sich der NVG für eine Anlage, welche als Lehrpfad mit Kleinstrukturen frei zugänglich sein soll. Mit wenig Aufwand und ohne teure Mittel kann jede Grünfläche und jeder Hausgarten ökologisch sinnvoll aufgewertet werden. Auf diesem lehrreichen Pfad wird aufgezeigt, wie einfache Stein- oder Laubhaufen, alte Baumstämme oder auch Trockenmauern für einen idealen Unterschlupf für Tiere, Vögel und Insekten sorgen. Ebenfalls soll der Kleinstrukturenlehrpfad als Unterrichtshilfe dienen, deshalb ist der gewählte Platz dafür ideal. Bereits im Vorfeld haben Schulklassen in ihren Projektwochen mitgeholfen den Pfad zu erstellen. Die Freude darüber, dass dieses Projekt dank der Unterstützung der Gemeinde umgesetzt werden konnte, ist bei Jacqueline Züsli, Präsidentin des NVG, und dem ganzen Verein riesig.

Am 4. September fand der Arbeitstag des Natur- und Vogelschutzvereins gemeinsam mit 22 Erwachsenen und 7 Kindern statt. Für die geleisteten Arbeitsstunden der Vereinsmitglieder, die Unterstützung des Bauamts, jene aus der Bevölkerung und auch für die Mithilfe der Schule und des Schulhausabwarts Koni Hug bedankte sich Jacqueline Züsli sehr herzlich. In ihrer Ansprache ebenfalls zu erwähnen waren die finanziellen Unterstützungen des Naturama Aargau oder jene der Stiftung UmweltengAGement und weiteren Sponsoren. Neben der wertvollen, finanziellen Unterstützung war auch die praktische Mithilfe der Projektverantwortlichen von «Natur findet Stadt» von grosser Bedeutung, betonte sie. Vom enormen Fachwissen und den hilfreichen Tipps zur Umsetzung des Lehrpfades konnten schliesslich alle Mitwirkenden sehr profitieren.

Jacqueline von Arx als Projektverantwortliche des preisgekrönten Projekts «Natur findet Stadt» klärte über einige Eckdaten auf, welche einen Garten ideal aufwerten können. Was für Insekten und die wilden Tiere in der Nachbarschaft essenziell sei, seien kurze Wege zwischen Nahrungsquelle und Unterschlupf. Bietet man dem Igel einen Unterschlupf aus Ästen und Laub, macht es folglich Sinn, auch beispielsweise den Kompost in der Nähe zu platzieren, wo der Igel genügend Nahrung in Form von Würmern, Insekten oder Larven findet. Um Schmetterlinge im eigenen Garten zu begrüssen, sind die richtigen Futterpflanzen in der Nähe notwendig. Zahlreiche Arten der schönen Falter, ernähren sich ausschliesslich von einer bestimmten Pflanze und legen auch ihre Eier nur auf dieser einen ab. Wer den Wildbienen und anderen fliegenden Insekten Unterschlupf und Nistmöglichkeit in Form eines «Bienenhotels» bietet, sollte dabei ebenfalls beachten, dass Nektarquellen in der Nähe sind, denn nicht jede Biene mag es, kilometerweit zu fliegen.

Zahlreiche Informationsbroschüren boten den Besuchern viel Information und auch die anwesenden Fachpersonen standen gerne Rede und Antwort. Gemeinsam wurden während der Einweihungsfeier die ersten beiden Bäume auf dem Areal gepflanzt, weitere sollen folgen. Eine rund 1000 m² grosse Blumenwiese wird den Lehrpfad im kommenden Jahr ergänzen. Für die zweite Etappe des Projekts ist das Interesse der Bevölkerung gefragt. Mit möglichst vielen Anmeldungen für eine Gartenberatung (Flyer wurden in die Haushaltungen verschickt), in welcher man fachliche Unterstützung darüber erhält, wie man den eigenen Garten naturnah und sinnvoll umgestalten kann, wird das Projekt in eine weitere Phase geführt. Der Natur- und Vogelschutzverein hofft auf breites Interesse, etwas gegen das drohende Artensterben zu unternehmen und mitzuhelfen, das ökologische Gleichgewicht wieder zu stärken.

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