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Der Leiter Hochbau Daniel Lüscher ist seit 35 Jahren für die Gemeinde Reinach tätig.

Daniel Lüscher hat das Bauwesen in Reinach geprägt

Text und Bild: Patrick Tepper

Seit 35 Jahren ist der Hallwiler Vizeammann Daniel Lüscher hauptberuflich in Reinach für das Hochbauwesen verantwortlich. Rund 7500 Baugesuche hat er in diesen Jahren bearbeitet und mit seinem Wirken das Reinacher Ortsbild wesentlich beeinflusst. Gerade die Corona-Zeit beschert ihm viel Arbeit: «Die eigenen vier Wände haben an Bedeutung gewonnen und das merke ich beim Eingang von deutlich mehr Baugesuchen – in Reinach wie in Hallwil».

«Lastwagenchauffeur ist mein Traumberuf gewesen, der etwas später vom grossen Interesse für die Fliegerei abgelöst wurde», blickt Daniel Lüscher auf seine Berufswahl zurück. Einer leichten Fehlsichtigkeit im Farbbereich ist es geschuldet, dass schlussendlich eine Karriere im Hochbaubereich daraus wurde. «Ich habe immer gerne gezeichnet und nach der Ausbildung zum Hochbauzeichner, der Absolvierung der Militärzeit und den ersten Berufserfahrungen in einem Architekturbüro schliesslich als Leiter Hochbau in Reinach meine Berufung gefunden», schaut Daniel Lüscher gerne auf sein spannendes Arbeitsfeld.

In Reinach wurde er mit seinem Stellenantritt Verantwortlicher für die Beurteilung der Baugesuche und mit Martin Wernli, dem Leiter Bau und Planung, bildet er ein seit Jahren eingespieltes Team. Insgesamt arbeiten acht Angestellte in der Reinacher Bauverwaltung. Seit seiner Jugend engagiert sich Daniel Lüscher in seiner Heimatgemeinde Hallwil, setzt sich dort für das Brauchtum ein, war Feuerwehroffizier und ist seit 20 Jahren im Gemeinderat ebenfalls für das Bauwesen zuständig.

Seit dem 1. Dezember 1986 bearbeitet Daniel Lüscher die Reinacher Baugesuche. Neben vielen kleineren privaten Bauvorhaben wurden die Umbauten des Gemeindehauses, die Bauten der Schule, der Migros-Neubau, die ganze WSB-Sanierung und mehrere grössere Gewerbe- und Wohnbaukomplexe von ihm geprüft und genehmigt. «Bei meinem Stellenantritt war das Moos praktisch unbebaut», staunt er fast schon selbst über die rege Bautätigkeit im oberen Wynental und im angrenzenden Seetal. Sein Zuständigkeitsbereich erstreckt sich heute über die sechs Gemeinden Reinach, Leimbach, Zetzwil, Birrwil, Hallwil und Beinwil am See.

«Zwischen 60 und 80 Baugesuche sind zurzeit permanent laufend», erklärt Daniel Lüscher die derzeitige Baugesuchsflut. 360 Gesuche werden es im 2021 wohl gewesen sein im Vergleich zu 290 bis 310 Gesuchen in den vorherigen Jahren. Die Gründe sieht er unter anderem in der Corona-Pandemie: «Durch das Homeoffice und die eingeschränkten Reisemöglichkeiten verbringen die Leute mehr Zeit zu Hause, können Geld einsparen und sehen, wo noch Verbesserungspotenzial vorhanden ist».

Etwas Sorge bereiten Daniel Lüscher die vermehrten juristischen Abklärungen, die den Bearbeitungsprozess der Baugesuche deutlich in die Länge ziehen können. «Im Gegensatz zu früher engagieren die Gesuchsteller und vorwiegend Nachbarn heute sehr schnell einen Anwalt, was uns zur vermehrten Zusammenarbeit mit einem Anwaltsbüro zwingt – als Nicht-Jurist steht man in diesem Bereich schnell an.» Die gesetzlichen Vorgaben zum verdichteten Bauen beurteilt Daniel Lüscher eher skeptisch: «Wir Schweizer sind nicht gemacht für das verdichtete Bauen, viele Leute möchten diese Wohnform nicht und gerade Corona hat gezeigt, dass man gerne aufs Land zieht.»

Daniel Lüschers Leidenschaft für das Bauwesen hat familienintern bereits abgefärbt. Seine Tochter Sina Christina Lüscher hat wie ihr Vater die Lehre als Hochbauzeichnerin absolviert, steht nun kurz vor ihrem Titel zum Bachelor in Digital Construction und hat Interesse, in ihrer Heimatregion ein Wirkungsfeld zu finden.

Und zu einem ganz kleinen Teil hat sich auch Daniel Lüscher seine ersten Berufsträume im Alltag erhalten. In seinem Büro im Reinacher Werkhof finden sich einige Lastwagenmodelle und Bilder von Flugzeugen.

Eine Bildergalerie zu Daniel Lüschers Wirken finden Sie auf unserer Facebook-Seite.

 

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