lehrstellen

«Räbeliechtli, Räbeliechtli … i has sälber gmacht»

Text und Bild: Cornelia Suter

Am 9. November leuchteten die Kindergärtner und Primarschüler aus Hallwil mit ihren Räbeliechtli durch die Strasse. Dorfheftli hat eines der Kids herausgepickt und zum ersten persönlichen Interview gebeten.

 «Lueg mol, wie schön», ruft Rocco und zeigt mir sein selbstgeschnitztes Räbeliechtli. «Das habe ich heute Morgen mit Papa im Kindergarten gemacht», erklärt mir der 6-Jährige und wird gerade noch etwas stolzer, als ich ihn frage, ob er denn auch mitgeholfen habe beim Schnitzen: «Natürlich», antwortet Rocco schelmisch, «Papa hat beim Formen-Schnitzen geholfen, aber zum Aushöhlen hatte ich dann viel mehr Kraft.» Rocco hat ganz viele Sterne auf sein Räbeliechtli geschnitzt. Diese werden heute Abend dann am Umzug mit dem echten Sternenhimmel um die Wette leuchten. Doch, freut sich Rocco denn auf seinen ersten Räbeliechtliumzug? Letztes Jahr, als er noch im kleinen Kindergarten war, gab es ja leider Coronabedingt keinen Räbeliechtli-Event. «JA!», ruft Rocco, wie aus der Pistole geschossen und ergänzt: «Ich hoffe nur, dass mein Kerzli nicht immer auslöscht. Die Lehrerin hat uns erklärt, wie wir das Räbeliechtli am besten halten müssen, dass nichts passiert.»

Rund 20 Kinder beleuchteten dann am Abend mir ihren Räben die Strassen von Hallwil. Begleitet wurden sie traditionsgemäss von den älteren Schülern mit weissen Umhängen und flackernden Fackeln, welche die Kerzli der Kleinen in windeseile wieder anzündeten, sobald eines auslöschte. So auch das von Rocco. Hat sich seine Angst also doch bestätigt und das Kerzli wollte nicht mehr brennen? «Nein, nein», kichert der junge Mann: «Ich habe es während dem Umzug selbst ausgeblasen.» Erstaunt frage ich, wieso denn das? Und Rocco erklärt mir ganz selbstbewusst seine Theorie: «Ja, wenn das Kerzli den ganzen weiten Weg brennt, dann hat es ja zu Hause keinen Docht mehr. Und ich möchte es doch so gerne noch in der Stube aufstellen und bewundern.» Zum Glück haben nicht alle Kinder so weit gedacht und so durften die «Haubuer», nach letztjährigem Ausfall der Tradition, dieses Jahr endlich wieder einen Räbeliechtliumzug im Dorf geniessen.

 

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