Druckschluss: 1. Mittwoch des Monats, 08.00 Uhr

beinwil klz

J. J. Eichenberger (1821–1895) brachte den Tabak ins Seetal.

«Vom Tubak ond Rouch z’Böju»

Text und Bild: Eing.

Die Gästeschar war gross, als der Verein Zeitreisen am 15. und 16. März 2019 die Türen der Firma Hüsler Rohtabake am Hobacker öffnete. Urböjuer, Neuzuzüger und Auswärtige folgten zahlreich der Einladung, um der Geschichte des Tabaks in Beinwil am See nachzuspüren.

In einer detaillierten Tonbildschau mit Werner Eichenberger konnte man spannende Details zum Thema «Tabak in Beinwil» erfahren. Thomas Frei, Kurator am Museum Aargau, gab Einblicke in die Geschäftstätigkeit der Firma Hüsler und den Tabakhandel. Bernadette Furrer führte als Gesundheitsfachfrau in die Welt der Nachtschattengewächse ein, zu der auch die Tabakpflanze gehört. Im Mittelpunkt stand die Geschichte der Heil-, Genuss- und Suchtpflanze «Nicotiana». Damit nach so vielen Informationen nicht nur die Köpfe rauchten, wurde im Anschluss die Whisky & Cigar Lounge eröffnet. Unter fachkundiger Beratung der Whisky Lovers Böju und der Roth Tabak AG waren die Gläser bald gefüllt und in der alten Fabrikhalle stieg Tabakrauch in die Luft. Verwöhnt wurden die Besucher dabei mit einer feinen Kartoffelsuppe. Nicht ganz ausgebucht war das für Nichtraucher in den Büros eingerichtete Séparée, zu interessant waren die Gespräche und die Stimmung im Fabriksaal. Unter anderem demonstrierte Werner Eichenberger routiniert, wie ein Tabakblatt ausgerippt und zu einer Tabakprobe gerollt wird. Zeitreisen bedankt sich herzlich bei allen Mitwirkenden und Gästen, die zu diesem gelungenen Anlass beigetragen haben. Ganz besonders auch bei Herrn Heinz Faes von der Faes Immo AG für das zur Verfügung stellen des Fabrikgebäudes.

Schon steht der nächste Anlass bevor, am 4. Mai um 14.00 Uhr lädt Zeitreisen zum Dorfumgang ein: Treffpunkt Brockenstube Chrosihus. Auf alten Fabrikwegli, vorbei an ehemaligen Tabakmanufakturen, erfährt man an verschiedenen Stationen allerlei über die Geschichte der Fabriken, deren Gründer und Mitarbeitende. Speziell wird die Rolle der Frau als Arbeiterin und Mutter thematisiert, in einem Fabrikgebäude kann einer «Cigarrenmacherin» über die Schultern geschaut werden.

Beim gemütlichen Zöbeli, organisiert zusammen mit dem Ortsbürgerverein, sind alle herzlich eingeladen, weiter Erinnerungen und Geschichten auszutauschen. Der Umgang findet bei jeder Witterung statt und dauert ca. anderthalb Stunden.