Druckschluss: 1. Mittwoch des Monats, 06.00 Uhr

Nein zum «Schutz», der ein Haus zerstört

Text und Bild: Eing.

Gute Politik und gescheite Lösungen entstehen nur in fairer und transparenter Zusammenarbeit mit allen Betroffenen. Bei der Revision der Bau- und Nutzungsordnung (BNO) von Böju wurde dieser Grundsatz mehrfach verletzt. Zum Schaden für alle.

Der Beinwiler Gemeinderat will im Rahmen der BNO-Revision verfügen, die Liegenschaft an der Rankstrasse 44 unter Substanzschutz und teilweise unter Volumenschutz zu stellen. Das sind die strengsten Schutzgrade, die es gibt. Sie lassen laut Merkblatt des Kantons zum Substanzschutz keinerlei Veränderungen an «der Grundstruktur, der Fassadengestaltung, der inneren Raumordnung und … Oberfläche» mehr zu. Weil dieser «Schutz» auch verhindert, dass das Dach des Hauses mit Fenstern oder Lukarnen geöffnet werden darf, können drei Viertel der Liegenschaft gar nicht mehr bewohnbar gemacht werden. Sie bleiben dunkel wie Höhlen. Zweitens kann der kleine, derzeit ausgebaute, aber sanierungsbedürftige Wohnteil nicht auf einen energetisch akzeptablen Stand gebracht werden. Dieser Einschätzung hat nie jemand widersprechen können. Ein Fachbericht kommt zum deprimierenden Schluss, dass unter den neuen Schutzbedingungen jede Investition ins ehemalige Bauernhaus sinnlos ist.

Mit dieser Teilenteignung durch den Gemeinderat

  • wird ein markantes Haus faktisch stillgelegt,
  • wird potenzieller Wohnraum zerstört,
  • wird sehr viel privates Kapital vernichtet, das beim Kauf in die Liegenschaft gesteckt wurde,
  • wird eine Entwicklung abgewürgt, die das Haus aufwerten kann.


Der (vielleicht gut gemeinte) Schutz bewirkt also sein genaues Gegenteil: Das Haus wird nicht erblühen, sondern unbrauchbar gemacht. Das verletzt nicht nur die Interessen von uns Eigentümern, die wir uns gegen den Substanzschutz wehren. Das schadet dem ganzen Dorf.

Wie konnte es zu diesem bösen Resultat kommen? Die verantwortlichen Instanzen stützen sich blind auf die persönliche Meinung eines einzigen eifrigen Schutzbeamten in einem Aarauer Büro ab. Weder die Planungskommission noch der Gemeinderat haben die Liegenschaft besichtigt und die schwierige Situation vor Ort selbst beurteilt. Sie haben dies unterlassen, obwohl sie von uns Eigentümern mehrfach dazu eingeladen wurden. Best dokumentierte Eingaben nahmen sie kaum zur Kenntnis. Juristisch grenzt das an die Verweigerung des rechtlichen Gehörs. Faktisch bedeutet es: Der behördlich von oben diktierte «Schutz» produziert nun eine allmählich verfallende Ruine. Das ist keine leere Behauptung; das ist durch das Gutachten eines erfahrenen, auf Denkmalschutz spezialisierten Architekten belegt.

Bevor Sie, liebe Böjuer, am 9. Dezember zur entscheidenden BNO-Gemeindeversammlung schreiten, können Sie alle diese Informationen auf unserer Website www.denkmalschutzfrei.ch im Detail nachlesen. Um den Bürgern eine umfassende und transparente Information zu garantieren, hätten wir unsere Nein-Argumente gerne den offiziellen Unterlagen zur BNO-Revision beigelegt. Doch auch dieses Gesuch hat der Gemeindeammann abgeschmettert. Schade für alle.

Für die Eigentümerschaft: Urs Paul Engeler-Merz, Rankstrasse 44, Beinwil am See

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