Druckschluss: 1. Mittwoch des Monats, 06.00 Uhr

Für sein Dürrenäsch immer auf Draht: Isidor Keller auf dem Dachboden des Bäckerei-Bertschi-Hauses.

Dank Isidor Keller: Dürrenäscher Dorfgeschichte lebt

Text und Bild: Thomas Moor

Wie vielfältig und äusserst spannend die Dürrenäscher Dorfgeschichte ist, zeigt Isidor Keller in der ehemaligen und 1883 erbauten Bäckerei von Gottfried Bertschi mit Waschhaus an der Leutwilerstrasse 2. Dort hat er ein Museum errichtet, welches mit Trouvaillen bis unters Dach aufwartet.

Einmal Dürrenäsch – immer Dürrenäsch. Weit hat es Isidor Keller nicht gebracht. Nur wohnortmässig, wohlverstanden. Wenn es zum Beispiel um die Geschichte seines Dorfes geht, kann der an der Höchweidstrasse 1 (vis-à-vis Restaurant Walti) im Elternhaus aufgewachsene und wohnhafte Keller ganz gross auftrumpfen. Dann blüht er auf und seine Augen sind mit einem speziellen Strahlen erfüllt. Keine Frage: Dürrenäsch ist seine Herzenssache. Das sieht man, das spürt man, das fühlt man. Nicht nur, wenn man mit ihm über seine Gemeinde redet, sondern auch dann, wenn man das Bäcker-Bertschihaus an der Leutwilerstrasse 2 betritt. Zwar ist dort der grosse Holzofen schon lange aus und ausgekühlt, was aber nicht heisst, dass kein Leben mehr im spätklassizistischen Wohnhaus aus dem Jahre 1883 wäre. Dorfchronist Isidor Keller hat es auf seine Art wieder belebt – mit Dürrenäscher Dorfgeschichten, die seinesgleichen suchen. Ein Mini-Ballenberg spezialisiert auf Dürrenäsch. Keller ist im Besitz von Hunderten ja wenn nicht Tausenden von Gegenständen, Dokumenten und Fotografien, die er Interessierten im Estrich des Bertschihauses zeigt. Der Fundus ist unglaublich gross. Viele Objekte hat er durch Zufall vor dem Abfalleimer gerettet, andere wiederum wurden ihm zugetragen.

Seine Sammelleidenschaft hat übrigens schon früh begonnen. «Mit Autorennbahnen und Kinderspielsachen vor etwas mehr als 30 Jahren», wie er sich erinnert. Viel Zeit und Herzblut hat Keller nun in seine Ausstellung investiert. Hier heisst es: Willkommen zu einem Rundgang durch vergangene Zeiten von Dürrenäsch, wo viele Erinnerungen wieder geweckt werden. Herrlich zum Beispiel die Szenerie vom Gasthof Löwen (Telefon 3 54 71) der Gastgeberfamilie Voramwald. Im Fremdenbuch (heute Gästebuch genannt) kann man sehen, wer damals als Gast ein- und ausgegangen war. Auch die Zimmerschlüssel sind in Reih und Glied aufgehängt. Die Geschichte der Hutmacherfamilie Calvetti-Urech kann man hier auf dem Dachstock ebenfalls erleben und ein Foto mit Seltenheitswert zeigt zum Beispiel Albert Gloor (Köbi Bertu) mit seinem Saurer-Lastwagen direkt unter dem Eiffelturm in Paris. Neben vielen weiteren Hinguckern gibt es auch eine Fotopräsentation, die Isidor Keller auf Leinwand projiziert und kommentiert. Ziel ist es, das Museum von Zeit zu Zeit thematisch zu ändern. «Die Ausstellung muss leben», wie er erklärt. Ein weiteres Ziel ist es auch, einen Verein zu gründen, damit die Vergangenheit von Dürrenäsch weiterhin so vielfältig und interessant erlebbar bleibt.

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