Druckschluss: 1. Mittwoch des Monats, 08.00 Uhr

gontenschwil klz

Kennen Sie Nadia Wilhelm ... die Gemeindeschreiber-Stv.?

Text und Bild: Elsbeth Haefeli

Frau Wilhelm trifft man am Schalter der Gemeindekanzlei Gontenschwil an. Ihr freundliches und kundenorientiertes Wesen macht es einem leicht, sich auch mal mit schwierigeren Anliegen an die offizielle Seite der Gemeinde zu wenden. Sie hat vor ein paar Monaten die Ausbildung zur Gemeindeschreiberin absolviert und will sich nun noch weiter entwickeln. Ende Februar ist ihre Zeit bei uns daher leider schon abgelaufen. Danach wird sie zu den Einwohnerdiensten der Gemeinde Oftringen wechseln.

Frau Wilhelm, was gefällt Ihnen besonders an Ihrem Beruf? 
Mir gefallen die Vielseitigkeit der Aufgaben und vor allem der Kontakt mit der Bevölkerung. Man hat mit den unterschiedlichsten Menschen und Anspruchsgruppen zu tun. Das macht die Arbeit auf einer Gemeindeverwaltung so spannend.

Was waren Schwerpunkte Ihrer kürzlichen Ausbildung?
Die Schwerpunkte waren das Bauwesen, das Verwaltungsrecht sowie das Sozialwesen. Die Ausbildung beinhaltet jedoch noch viele weitere Kurse wie z.B. Kommunikation, ICT, Projekt- und Personalmanagement. Die Ausbildung war sehr interessant, vielseitig und auch praxisbezogen. Toll war auch der Kontakt zu den KIassenkameradinnen und -kameraden mit denen man sich über vieles Austauschen konnte.

Die Steigerung Ihrer Karriere wäre dann die Gemeindeschreiberin. Ist das ein Zukunftsziel?
Vorläufig nicht. Durch meine neue Arbeitsstelle richte ich mich wieder mehr dem Einwohnerdienstwesen zu.

Gibt es Momente bei der Arbeit, die Sie an Ihre persönlichen Grenzen kommen lassen?
Ja, solche Momente gibt es manchmal schon. Besonders bei Schicksalsschlägen, welchen man z.B. bei Todesfällen begegnet, braucht man eine dicke Haut. Man fühlt sehr mit – muss sich da aber auch abgrenzen können.

Welches sind für Sie Helden des Alltags?
Die Heldin des Alltags ist für mich meine Mutter. Sie ist immer für unsere Familie da, steht uns in schönen wie in schwierigen Zeiten immer bei und verliert dabei nie den Mut.

Ein Jahr Ferien! Was würden Sie damit anfangen?
Ich möchte kein ganzes Jahr Ferien, da ich wirklich sehr gerne arbeite. Zwei Monate Ferien würden schon ausreichen.

Über welches Geschenk haben Sie sich in Ihrem bisherigen Leben am meisten gefreut?
Ich bekam von meiner lieben Nonna (Grossmutter), zu welcher ich ein sehr enges Verhältnis hatte, ihr altes Tafelservice. Sie ist leider vor vier Jahren verstorben. Das Service bedeutet mir sehr viel, da mit dem Geschirr viele schöne Erinnerungen an sie verbunden sind.

Was wünschen Sie sich in diesem Moment mehr als alles andere?
Dass die Menschen sich gegenseitig wieder etwas mehr respektieren und nicht jeder nur an sich selber denkt. Ich wünschte mir, dass die Leute mit offenerem Blick und mit mehr Freundlichkeit durchs Leben gehen.

Was war der beste Rat Ihrer Eltern?
Als ich vor meiner Berufswahl stand, hatte ich die Wahl zwischen zwei Berufen, welche mir sehr gefallen haben. Ich musste mich zwischen der Lehre zur Kauffrau oder der zur Pharma-Assistentin entscheiden. Meine Eltern haben mir zur kaufmännischen Lehre geraten. Meinen Entscheid bereue ich bis heute nicht – ich habe meinem Traumberuf gefunden.

Angenommen Sie würden Bundesrätin, welches politische Ziel möchten Sie vor allem anderen verwirklichen?
Als Bundesrätin würde ich versuchen, die Problematik bezüglich der Krankenausstände zu lösen. Die Kantone bzw. die Gemeinden sind verpflichtet, 85% der Verlustscheine aus ausstehenden Forderungen der Krankenkassen zu übernehmen. Dies bedeutet für die Gemeinden eine grosse finanzielle Belastung. Es müsste eine Lösung gefunden werden, mit der es erst gar nicht zu Krankenkassenausständen der Prämienzahler kommt.

Was ist Ihre Leidenschaft?
Ich lese viel und gerne. Und ich liebe es, draussen in der Natur zu sein und mit meinem Partner in unserem Garten eine kleine Oase zu schaffen, in der wir verweilen und uns entspannen können. Wir haben immer wieder neue Ideen zur Gartengestaltung, welche wir dann gemeinsam umsetzen.

Was ist Gontenschwil für Sie?
Gontenschwil ist für mich eine attraktive, ländliche Gemeinde, in welcher ich sehr herzlich aufgenommen wurde und wo die Bürgerinnen und Bürger einen beeindruckenden Zusammenhalt leben.