Druckschluss: 1. Mittwoch des Monats, 08.00 Uhr

hallwil klz

Mit insgesamt 400 Schafen ist Fabrizio Fanchini von Anfang Dezember bis Ende März in der ganzen Schweiz unterwegs.

Fabrizio Franchini: Der italienische Wanderschäfer

Text und Bild: Jennifer Loosli

Spektakuläre Bilder, die sich im Januar auf den Wiesen von Hallwil abspielten: 400 Schafe und Lämmer, die frei auf einer riesigen Wiese Büschel um Büschel Gras abkauten, ohne einen Zaun um sich herum, bewacht vom Schafhirt Fabrizio Franchini und seinen beiden Hunden.

Von Anfang Dezember bis Ende März läuft der Wanderhirt Fabrizio Franchini mit seinen rund 400 Schafen von Bettwil aus das Seetal hinunter bis Schafisheim, dann nach Baden und das Reusstal hinauf zurück nach Bettwil. Im Januar machte er auf seiner Schafwanderung für eine Woche halt im Gebiet Stockmatt / Allmend in Hallwil. Wer der Herde oberhalb vom Aabach etwas länger zuschaute, dem bot sich immer wieder ein tolles Schauspiel: Kaum entfernt sich eines der Schafe zu weit, sprintet einer der zwei Hirtenhunde – Nora oder Fiori – hinterher und treibt es sofort zurück. Die Hunde tun dies unaufgefordert und lieben es nach ihrem Job gestreichelt zu werden.

«Ein Tag als Hirte vergeht schnell», sagt er. Mit den Händen in der Jackentasche blickt Fabrizio über das bewegte Meer aus Wollrücken. Er steht um 6 Uhr auf, frühstückt kurz und lässt dann die Schafe, die über Nacht eingezäunt waren, auf der Wiese frei grasen. Später wird weitergezogen, aber nur einige Kilometer, denn die Schafe sollten nicht zu lange gehen. Er läuft zurück, um Auto und Wohnwagen zu holen, lässt die Schafe bis 19 Uhr grasen und zäunt sie wieder ein. Dann ist es auch für Fabrizio Zeit für Abendessen und das Bett. Der aus Brescia stammende Italiener ging schon als kleiner Junge mit Schäfern auf die Wanderung. Heute läuft er selbst leidenschaftlich gern im Winter mit den Schafen und hütet im Sommer Kühe auf dem Lukmanierpass.

Einen Bildergalerie finden Sie auf unserer Facebookseite.