Druckschluss: 1. Mittwoch des Monats, 06.00 Uhr

Hallwiler Brauchtum: Das Chlauschlöpfe

Text: Eing.
Bild: Thomas Moor

Nach langer Sommerpause, wenn die Nächte wieder länger werden und die Winterjacke aus dem Keller wieder in der Garderobe aufgehängt wird, dann weiss ich – bald ist es so weit.

In den Nachbarsdörfern hört man aus der Ferne die ersten Geisslechlöpfer, jedoch nicht in Hallwil – Nein, in Haubu darf erst ab dem 11. 11., 11:11 Uhr gklöpft werden. Wie jedes Jahr trainierten wir in der Pause auf dem Schulhausplatz, nahmen Rat von denen entgegen, die jedes Jahr beim Wettkampf um den 1. Platz antraten. Wer keine eigene Geissel besass konnte ganz einfach eine beim Schulhaus Abwart beziehen. Dieser flickte auch jeden Zwick wenn dieser wiedermal ausgefranst oder nass war. Ich machte früher jedes Jahr mit, jedoch geisslechlöpfe kann ich bis heute nicht. Früher sagte man mir immer, es sehe aus, als probierte ich eine, um mich herumschwirrende Biene zu treffen. Aber für mich galt immer: «Metmache esch alles!». Auch heute gehe ich noch jedes Jahr an das Wettchlöpfe, jedoch feuere ich lieber meine Mutter und meine Schwester an. Zudem ist es ein gemütlicher Anlass mit den Leuten aus dem Dorf, bei Wienerli und Brot zusammenzusitzen. Ein anderer Grund, weshalb ein Besuch beim Wettchlöpfe von Vorteil sein kann, ist, um herausfinden zu können, wer denn genau am zweiten Donnerstag im Dezember unter den Larven der Chlausen steckt.

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