Druckschluss: 1. Mittwoch des Monats, 06.00 Uhr

Das Wiehnechts-Chindli

Text und Bild: Eing.

Weihnachts-Abend, es riecht nach Tannenbaum, Kerzenwachs und Anis. In der Stube thront der üppig geschmückte Weihnachtsbaum, reich behangen mit Girlanden, Kugeln, Tannen- und Eiszapfen, Engelshaar, flackernden Kerzen und zu oberst natürlich der goldene Weihnachtsstern. Darunter versteckt sind Briefe, sowie schön eingebundene Pakete, die nur darauf warten, geöffnet zu werden.

Bevor diese jedoch geöffnet werden können, muss zuerst der gespannt erwartete, hohe Besuch eintreffen. Dann, das erlösende Klingeln der Hausglocke. Zuerst tritt das weiss verschleierte, mit dem goldenen Stern gekrönte, Wiehnechts-Chindli in die Stube, in welcher sich unterdessen die ganze Familie auf dem Sofa zusammengefunden hat. Gefolgt wird es von seinen sechs, in rosa Gewänder gekleideten Begleiterinnen. Es ertönt die Stimmpfeife und ein harmonisches Weihnachtslied wird angestimmt. Stumm schüttelt das Wiehnechts-Chindli jeder Person mit einem Knicks die Hand. Die Kinder sind zögernd, haben sie doch schon ein bisschen Respekt vor der anmutenden, stummen Gestalt. Diese holt aus einem Korb voller Guetzli je eine Hampfel und verteilt diese den Zuhörern. Zum Abschied schüttelt es noch einmal jedem einzelnen die Hand. Die Begleiterinnen beenden ihr Hirtenlied. Die Zuschauer bedanken sich bei den Wiehnechts-Chindli für ihre Vorstellung mit einem Batzen für die Brauchtumskasse. Danach machen sich die sieben Mädchen auf, zum Nachbarshaus.

Kaum ist die Tür hinter ihnen geschlossen geht es jedoch endlich den Geschenken an den Kragen.

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