Drucktermin: 1. Mittwoch des Monats, 06.00 Uhr

Silväschter-Trösche und Silväschter-Füür

Text und Bild: Eing.

Es ist dunkel und eiskalt. Meine Zehen und Fingerspitzen fühle ich kaum mehr. Der Weg hinauf zum Bruderhübel scheint ewig lang zu sein, jedoch sehe ich in weiter Ferne ganz klein auf dem Hügel das Silväschter-Füür.

Ganz leise höre ich das rhythmische Schlagen der Tröscher. Langsam wird es immer lauter und lauter und ehe ich mich versehe, stehe ich vor dem imposanten Feuer. Das Feuer züngelt zu den Sternen hoch und die Funken tänzeln im Wind. Ich mache meine Thermoskanne auf und nachdem ich mir beim ersten Schluck die Zunge verbrannt habe, geniesse ich die wohltuende Wärme, die mir der warme Glühwein schenkt. Ich sehe trinkend dem Treiben der Flammen noch ein bisschen zu, merke dann aber plötzlich, dass die Tröscher aufgehört haben. Dann kann es nicht mehr lange dauern bis Mitternacht. Spannung liegt in der Luft, neben mir schaut jemand nervös aufs Handy, es ist 23.59 Uhr und auf der anderen Seite hantiert jemand aufgeregt an der Champagnerflasche herum, sodass er dann sicher um 00.00 Uhr den Korken in die dunkle Nacht schiessen kann. Und dann ist es soweit. Korken knallen, Feuerwerk ertönt aus weiter Ferne, sowie das Läuten der Schulhausglocke. Menschen küssen und umarmen sich und wünschen sich «es guets Nöis». Die Tröscher fangen noch einmal mit ihrem Konzert an und ich schaue ihnen noch solange zu, bis meine Augen schwer werden und meine Füsse die Kälte wieder zu spüren beginnen. So mache ich mich glücklich auf die Heimreise, gefüllt mit Glühwein und Neujahrsvorsätzen. Ich schaue auf mein Handy und sehe die vielen schönen Neujahrswünsche und bemerke, dass ja heute schon der erste Januar ist. Mein Herz schlägt für einen kurzen Moment ein bisschen schneller, denn dies bedeutet auch, dass morgen schon Bärzeli ist.

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