Druckschluss: 1. Mittwoch des Monats, 08.00 Uhr

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Angelica Weiss im Ziel: Am Lac Rose in Dakar.

Rallye Monaco–Dakar: Ein Lebenstraum wird wahr

Text und Bild: Eing.

Die Leidenschaft fürs Quadfahren hat Angelica Weiss bereits vor über zehn Jahren gepackt. Nach ersten Ausfahrten und Rallyes in Argentinien wuchs in ihr der Traum von etwas Grösserem. Mit jahrelangen Vorbereitungen und intensivem Training kam sie ihrem Traum immer näher. Angelica Weiss erzählt von ihren einmaligen und unvergesslichen Erlebnissen.

Nach 5 Jahren Vorbereitung war es endlich soweit. Ich konnte am Africa Eco Race, auf den Spuren der Rallye Paris–Dakar, starten. Schon als Kind habe ich davon geträumt, an diesem Rennen teilzunehmen.

Vor dem eigentlichen Start am 30.12.2018 in Monaco, war der Treffpunkt des gesamten Rallye-Trosses in Menton. Hier lernte ich die Teammitglieder vom belgischen EAO Rallye Racing Team kennen. Zusammen mit den 7 Motorradpiloten war das für die nächsten Tage meine «Familie».

Der Start über die Rampe in Monaco war ein sehr emotionaler Moment. Motorräder, Autos, Buggys, Lastwagen und auch ein einziges Quad machten sich auf den langen Weg. Zuerst ging es nach Sète und dort auf die Fähre nach Nador, Marokko. Am 1.01.2019 wurde die erste Etappe gestartet. Ich war in der Kategorie Raid eingeschrieben. In der Gruppe mit 5 Autos und einem Begleitfahrzeug der Organisation galt es die Tagesetappen ohne Zeitnahme zu bewältigen. Die ersten Tage in Marokko waren bitterkalt. Nach Ankunft im Biwak freute ich mich sehr auf die warmen Mahlzeiten und meinen kuscheligen Schlafplatz im Zelt. Aber vor dem Schlafen musste ich die Ausrüstung in Ordnung bringen und die Wasserration auffüllen. Pro Nacht bekam ich 3 bis 6 Stunden Schlaf.

Bei dieser Rallye weiss man nie, welche Strecken man befahren muss. Ausgestattet mit einem Roadbook, Kompass und separatem Kilometerzähler muss man seinen Weg durch die Wüste finden. Die Sahara besteht zu 80% aus Geröll und Steinen, vor allem in Marokko. Erst in Mauretanien findet man grosse Sandgebiete und Dünen. Von Mensch und Maschine wird voller Einsatz verlangt. So ist es selbstverständlich, dass man sich gegenseitig bei Zwischenfällen hilft. Obwohl es unfassbar anstrengend ist, wird jeder Tag zu einem unvergesslichen Erlebnis. Die letzte Etappe führte am 13.01.2019 über 300 km von Saint Louis in Senegal nach Dakar. Nach entbehrungsreichen 6000 km galt es noch die letzten 22 km über den Strand und durch die Dünen zum Lac Rose ins Ziel zu fahren. Kurz vor dem Ziel habe ich Tempo rausgenommen. Nicht nur zum Geniessen, sondern auch, weil es in meinem Helm Tränen «geregnet» hat. Es war ein unglaubliches Gefühl, dass ich meinen Lebenstraum erfüllen konnte und als erste Frau mit einem Quad das Ziel in Dakar erreicht habe.

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