Druckschluss: 1. Mittwoch des Monats, 06.00 Uhr

Eggendampfer

Text und Bild: Eing.

Verabschiedung von Lehrpersonen an der KSOS auf Ende des Schuljahres 2018/19

Filippo Togni – Sarmenstorf
Nach dem Todesfall unseres langjährigen Klassenlehrers A. Wehrli konnte nach einigen Stellvertretungswirren vor rund eineinhalb Jahren Filippo Togni als neuer Klassenlehrer gewonnen werden. Mit vollem Elan übernahm er die Realklasse R1a in Sarmenstorf und begleitete die Schüler und Schülerinnen in dieser nicht einfachen Lebensphase bis zu diesem Sommer. Dabei wurde Filippo Togni zum Wochenaufenthalter, fuhr er doch jeden Montag aus dem Tessin zu uns nach Sarmenstorf und am Freitag wieder zurück. Dieser stete Wechsel blieb nicht ohne Spuren und zerrte an seinen Kräften, sodass das Pensum auf vier Tage gekürzt und damit ein Lehrerwechsel vorbereitet wurde. Wir wünschen Filippo Togni in seinem schönen Tessin alles Gute, gute Erholung und viel Freude. Ich danke Filippo Togni für seinen Einsatz und seine wegbegleitende Arbeit für die Klasse R2a.

Doris Wolleb – Bezirksschule
Doris Wolleb wurde 2003 als Fachlehrperson für Sprachen an unsere Bezirksschule gewählt. Sie hat ein Kantonsrepertoire als Lehrperson, das nicht viele in ihrem Portfolio haben. Als Aargauerin führte sie ihr Weg in der Ausbildung an die Uni Basel, danach wurde der Kanton Baselland ihr erster Arbeitgeber. Mit Abstechern in den Kanton Luzern und Thurgau landete Doris schliesslich wieder in ihrem Heimatkanton. Bereits 2005 übernahm sie die Funktion als Klassenlehrperson bis 2018. Diese Aufgabe nahm sie sehr ernst, denn die Beziehungsarbeit mit den Schülern und Schülerinnen ist ihr sehr wichtig, ebenso das Organisieren von Anlässen, auch wenn das ab und zu mit grossem Stress verbunden war. Mit dem neuen Schuljahr wechselt Doris Wolleb an einen ihr bereits bekannten Schulort – sie wird wieder mit einer Klasse in Seon starten. Dieser Wechsel steht im Zusammenhang mit der Verkleinerung unserer Bezirksschule in Fahrwangen. Wir wünschen Doris Wolleb einen guten und erfolgreichen Start am neuen Schulort und wünschen ihr alles Gute.

Pensonierungen an der KSOS Ende Schuljahr 2018/19

Urs Gerber – unser Künstler
Mit seinem 20-jährigen Dienst-Jubiläum, also einer «Doppelfeier», verabschieden wir Urs Gerber gleichzeitig in seine Pension. Mit seinem künstlerisch geprägten Bewerbungsdossier, oder müsste man da eher von einem Kunstprospekt schwärmen, machte Urs Gerber auf seine Arbeit in den bildnerischen Künsten aufmerksam. Schon damals nahm er an Ausstellungen teil und stellte in Galerien aus. Nebst fantastisch gemalten Berglandschaften bewies Urs Gerber auch besonderes Geschick beim Portraitieren von Lehrpersonen für unsere internen Jubiläen – jeweils ein besonderes Geschenk. So wurde Urs Gerber der gesuchte Mann für unsere Fächer Technisches Werken, Geometrisches Zeichnen und Bildnerisches Gestalten. Sein Pensum wurde nebst der KSOS auch mit Stunden aus der Primarschule in Meisterschwanden ergänzt, dies bis zum letzten Schuljahr. Wir verabschieden Urs Gerber aus einem grossen Pensum heraus, deckte er doch in seinem letzten Schuljahr das ganze Werken der Kreisschule ab. Seine Worte dazu: «Es isch scho guet, super, aber au viel gsi, ich freu mi uf die neui Zyt!» Wir wünschen Urs Gerber einen bildhaft schönen Schritt in seine Pensionierung und viel Zeit für neue Ideen und Vorhaben. Deinen legendären «Cowboy»-Gang werden wir vermissen!

Franziska Baumgartner – unsere Allrounderin
Mit Fränzi Baumgartner geht eine der letzten Realschullehrerinnen in Pension, die in ihrer langjährigen Karriere wohl kein einziges Unterrichtsfach ausgelassen hat. Eine Allrounderin – eben!

So war das Fach Deutsch als Zweitsprache für fremdsprachige Schüler und Schülerinnen ebenso in ihrem Stundenplan zu finden wie auch Hauswirtschaft oder Informatik. Zu den neueren Fächern kam auch Projekt und Recherchen in den 3. Klassen dazu. Fränzi unterrichtete sowohl in den Realklassen wie auch in den Sekundarklassen in Meisterschwanden, lange bevor es die KSOS mit der heutigen Struktur gab. Um nicht die Bezirksschule aus den Augen zu verlieren, engagierte sich Fränzi immer für die Schneesportlager (Projektwochen) der Bezirksschulklassen und führte dort jeweils schwungvoll und mit Elan die Küche mit ihrem Mann zusammen. Überhaupt waren ihr die Lager wichtig. Fand sich keine Gelegenheit auswärts, wurde auch der eigene Garten zum Lagerplatz für die Klassen, tageweise oder länger. Die Freude, stets unterwegs zu sein, und den Schülern und Schülerinnen Neues zeigen zu wollen, brachte Fränzi auch in den Vorstand der Jumelage, unserem Austauschprojekt mit Frankreich. Auch im Austausch engagierte sich Fränzi Baumgartner mit Herzblut, so wie sie sich auch in den letzten drei Jahren als Klassenlehrerin für «ihre» Kinder, wie sie sie manchmal liebevoll nannte, engagierte und mit viel zeitlichem Mehraufwand begleitete. Noch heute sagt sie vom ersten Schultag vor drei Jahren, als sie diese Klasse empfangen durfte, sie könne noch jeden Moment genau beschreiben! Umso verständlicher der schwierige Moment des Zuschauens, wenn jetzt ihr Nachfolger eine neue Klasse übernimmt – das Loslassen hat es in sich!

Liebe Fränzi, wir wünschen dir ein gutes, gelingendes Loslassen und hoffen, dass du dir mit der Pensionierung ein neues «Los» geben lassen kannst, mit dem du dir deine Entdeckungen, deine grosse Familie, deine Zeit und Freude neu schenken wirst.

Adrian Hofer, Schulleiter KSOS

Ausstellung P&R
Am Dienstagnachmittag des 18. Juni stellten Schüler und Schülerinnen der Kreisschule Oberes Seetal auf dem Dorfplatz in Meisterschwanden ihre Arbeiten vor. Diese waren im Rahmen des Abschlussjahr-Wahlfaches «Projekte und Recherchen» entstanden, welches von Franziska Baumgartner geleitet wurde. Es wurde zum Beispiel ein Computer zusammengebaut, ein 3D-Modell des Geländes um den Hallwilersee erstellt und viele Back- und Kochideen gesammelt und präsentiert. Kostproben der kulinarischen Ideen konnten bei dieser Gelegenheit auch erstanden und genossen werden.


Unterrichten an der Schule Meisterschwanden

Vor 43 Jahren an der Schule Meisterschwanden trat eine junge Frau als Stellvertreterin an einer 4. Real ihren Dienst an. Die meisten ihrer Schüler und Schülerinnen überragten sie bei weitem – sie war die Kleinste der Klasse. Das stellte auch der Pfarrer fest, der eines Tages an die Schulzimmertüre klopfte: «Ist der Lehrer da?», fragte er barsch. Er hatte eine Reklamation anzubringen. «Die steht vor ihnen», lachte ihn die junge Lehrerin an. Worauf der Pfarrer entgegnete: «Ja, aus der Nähe sieht man es.»

Als Franziska Rüfenacht wurde ich als Stellvertreterin für Richard Oberle für einige Monate an der 4. Real eingestellt, ein Jahr später war ich Frau Baumgartner. Ich lernte meinen Mann 1977 im Lehrerzimmer kennen, und bald waren wir verheiratet. 1983 durften wir unser viertes Kind empfangen. Ich hörte mit Unterrichten auf und widmete mich meiner Familie, die dann mit weiteren drei Kindern zu einer Grossfamilie heranwuchs. Ich vermisste meine Arbeit an der Schule nicht, war ich doch als Familienfrau voll ausgefüllt und glücklich.

Nach zwanzig Jahren, die Jüngste war sechs Jahre alt, nahm ich meine Arbeit als Lehrerin wieder auf. Der Beruf erfüllte mich, und vor allem liebte ich es, mit Schülern und Schülerinnen Projekte zu tätigen. So entstanden der schöne Pizzaofen, der Kräutergarten und vieles mehr. Ich begleitete unzählige Klassenlager und freute mich, wenn ich die Jugendlichen mit feinem Essen verwöhnen durfte. Kochen und Backen, das sind noch immer meine grossen Leidenschaften.

Und jetzt, einige Jahre später, heisst es Abschied nehmen. Abschied von meiner Klasse, die ich liebgewonnen habe und die ich durch drei wunderschöne Jahre begleiten durfte, und Abschied von meinem Team. Das Unterrichten war nicht immer einfach, aber ich liebte es zu jeder Zeit. Ich liebte die Herausforderungen und freute mich, wenn wir gemeinsam eine Hürde nach der anderen bezwingen konnten. Ups and Downs – so wie es das Leben schreibt. «Jeder Fehler, aus dem wir lernen, ist ein Erfolg!», ermutigte ich die Klasse und versuchte, sie mit spannenden Unterrichtssequenzen bei Laune zu halten mit der gleichzeitigen Forderung, dass jeder Tag aber auch Spuren von Müssen enthalten kann.

In zwei Wochen werden mich nun meine Schüler und Schülerinnen verlassen. Für alle fand sich eine Lehrstelle oder eine geeignete Anschlusslösung. Speziell ist, dass sich fast die Hälfte der Klasse für Fachfrau/Fachmann Gesundheit entschieden hat. Ich gehe mit zwiespältigen Gefühlen in die Pension und bin gespannt, was mich erwarten wird. Adieu, Schule Meisterschwanden!

Fränzi Baumgartner