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Vom 26. Oktober bis am 8. Dezember ist Kurt Hediger mit rund 130 Bildern in der Galerie Del Mese-Fischer in Meisterschwanden zu Gast.

Kurt Hediger – Eine Werkschau über 60 Jahre

Text und Bild: Peter Siegrist

«Kurt Hediger – Bilder». So schlicht und einfach ist der Titel der neusten Ausstellung des Reinacher Kunstmalers Kurt Hediger (87). Die Galerie Del Mese-Fischer in Meisterschwanden hat Hediger eingeladen und zeigt eine breit angelegte Retrospektive. Kurt Hediger hat für diese Ausstellung rund 110 Bilder aus den Jahren 1958 bis 2019 ausgewählt. Es sind beinahe alles Werke, die zuvor noch nie ausgestellt wurden und sein Schaffen dokumentieren.

Während seiner langen Tätigkeit als Kunstmaler hat Kurt Hediger durchwegs in der ganzen Themenbreite gearbeitet und dabei vor allem die klassischen Genres wie Landschaften, Stillleben und Figuren (Porträts und Akt) gepflegt. «Wobei die Landschaften aus dem In- und Ausland zahlenmässig überwiegen», sagt Hediger. Für die neue Ausstellung hat er Ölbilder zu ganz verschiedenen Themen und Motiven ausgewählt. Dabei wurde er von einem seiner Söhne und einer Bekannten unterstützt. Die Bilderauswahl für eine Ausstellung sei ein langer Prozess, sagt Hediger, und dabei sei für ihn die Aussensicht von anderen Menschen von grosser Bedeutung. Auffallend ist auch die Vielfalt der gewählten Formate. Grosse und kleine wechseln sich ab, wobei die Bilder von den Inhalten her immer fein aufeinander abgestimmt sind.

Wer den Namen Kurt Hediger hört, denkt wohl häufig an Landschaftsbilder, vielleicht ganz besonders an Winterlandschaften. Gerade hier überrascht Hediger immer wieder mit seinem bewussten und gekonnten Umgang mit den Farb- und Lichtstimmungen. «Es geht darum, dass ich mich bei der Farbgebung vom Motiv führen lasse», erklärt der Künstler. Rückblickend erkenne er, ab der Jahrtausendwende sei für ihn vieles sicher geworden, «es war sofort klar, was ausgedrückt werden soll. Die Technik war da».

Bei Landschaftsbildern beginnt Kurt Hediger meist vor Ort mit Skizzieren oder direktem Malen. Erst die Vollendung des Werks, das Hinzufügen letzter Details geschieht allenfalls noch später im Atelier. Häufig habe er zuerst einige Skizzen vor Ort gemacht. Ab und zu folgte dann der Anfang auf der Leinwand im Atelier. «Aber schon bald musste ich mit dem angefangenen Bild hinaus», sagt Hediger. So sei auch das Malen nach Fotos für ihn gar keine Option. Er fängt oft in mehreren Sitzungen, gleich wie beim Porträtmalen, die Situation und Stimmung mehrmals ein und verdichtet diese Eindrücke auf der Leinwand. Ein Bild ist keine Fotografie, das Gemälde hat einen anderen Hintergrund und Ursprung. So entstehen Hedigers Bilder, die beim längeren Betrachten immer mehr den Blick in die Tiefe ziehen und mit ihrer Plastizität überraschen.

Die Eröffnung der Ausstellung ist am Samstag, 26. Oktober von 14 bis 17 Uhr. Am Sonntag, 10. November findet in den Räumen der Galerei eine Lesung statt. Der Schauspieler Hansrudolf Twerenbold, Baden, wird Texte von Wolfgang Hildesheimer (1916-1991) lesen. Kurt Hediger hat den Schriftsteller selber gut gekannt und auch mehrmals portraitiert. Der Cellist Kurt Hess aus Beromünster sorgt für ein musikalisches Zwischenspiel.

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