Druckschluss: 1. Mittwoch des Monats, 08.00 Uhr

meisterschwanden klz

Auf seinen inneren Schiedsrichter hören

Text und Bild: Eing.

Seit Au­gust 2017 gibt es in der Pri­mar­schu­le Meis­ter­schwan­den die Schul­so­zi­al­ar­beit. Das Auf­ga­ben­spek­trum um­fasst ne­ben Be­ra­tung und Un­ter­stüt­zung von ein­zel­nen Schü­le­rin­nen und Schü­lern, Grup­pen und Klas­sen auch die Mit­ar­beit im Be­reich der Prä­ven­ti­on und Ge­sund­heits­för­de­rung.

Zwi­schen den Sport­fe­ri­en und den Som­mer­fe­ri­en 2018 be­kam ich die Ge­le­gen­heit, mit al­len Klas­sen der Un­ter- und Mit­tel­stu­fe ge­schlech­ter­ge­trennt meh­re­re Lek­tio­nen zum The­ma „Fai­res Spie­len und Kämp­fen“ durch­zu­füh­ren. Ne­ben Re­spekt und Fair­ness ging es auch dar­um, die ei­ge­nen und die Gren­zen der an­dern zu ak­zep­tie­ren. Durch kla­re Ab­ma­chun­gen und Re­geln lern­ten die Kin­der, spie­le­risch auf ih­ren «in­ne­ren Schieds­rich­ter, ih­re in­ne­re Stim­me, ihr Ge­wis­sen» zu hö­ren.

In Ab­spra­che mit der Schul­lei­tung be­gann ich im No­vem­ber 2018 mit den Kin­der­gar­ten­lehr­per­so­nen das Kon­zept «Schlup­si, dein in­ne­rer Schieds­rich­ter» um­zu­set­zen. Den wich­tigs­ten Bau­stein des Kon­zep­tes bil­det die Fi­gur «Schlup­si, dein in­ne­rer Schieds­rich­ter». Schlup­si gilt als Sinn­bild für das mensch­li­che Ge­wis­sen, die per­sön­li­che Mo­ral­vor­stel­lung und den kör­per­ei­ge­nen Selbst­schutz. Je­der Mensch be­sitzt ei­nen ei­ge­nen in­ne­ren Schieds­rich­ter und spürt täg­lich des­sen Si­gna­le. Schlup­si lebt mit­ten im Kör­per der Kin­der und be­glei­tet sie ein Le­ben lang. Wie ein ima­gi­nä­rer Rat­ge­ber ver­sucht er sie vor Ge­fah­ren und Fehl­ver­hal­ten zu be­wah­ren, lobt sie für be­son­ders po­si­ti­ve Ver­hal­tens­wei­sen und er­mahnt sie nach Re­gel­ver­stös­sen. Die Fi­gur Schlup­si ver­fügt über ei­ne grü­ne Glücks­kar­te mit ei­nem la­chen­den Smi­ley, ei­ne gelb-ro­te Kar­te mit ei­nem trau­ri­gen Smi­ley und ei­ne klei­ne Tril­ler­pfei­fe.

Durch re­gel­mäs­si­ges Ein­üben der Me­tho­de wer­den fol­gen­de Zie­le ver­folgt:

  • Die Kinder reflektieren mit Hilfe von Schlupsi ihren Alltag auf der Gefühlsebene.
  • Die Figur Schlupsi ist bei den Kindern positiv besetzt.
  • Die Kinder lernen ihr Gewissen und die damit verbundenen Gefühle kennen, einordnen und wertschätzen.
  • Die Kinder erfahren dadurch, wie häufig sie bereits positive Verhaltensweisen zeigen und wie gut sich die daraus resultierende Rückmeldung durch Schlupsis grüne Glückskarten anfühlt.
  • Mit Hilfe von Schlupsis kleiner Trillerpfeife lernen die Kinder das unangenehme Körpergefühl bei Gefahr richtig zu deuten und entwickeln angemessene Handlungs- bzw. Schutzmöglichkeiten.
  • Die Kinder übertragen ihr Wissen aus den Übungseinheiten in ihren Alltag.
  • Die Kinder entwickeln ein positives Selbstbild, aus dem heraus sie selbstbewusst und gleichzeitig empathisch handeln können.
  • Die Me­tho­de «Schlup­si, dein in­ne­rer Schieds­rich­ter» kön­nen in­ter­es­sier­te Men­schen un­ab­hän­gig von ei­ner päd­ago­gi­schen Aus­bil­dung bei Kin­dern ab vier Jah­ren an­wen­den.

Adri­an Wie­der­kehr, Schul­so­zi­al­ar­beit Pri­mar