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Patrizia Aimi mit den Tänzerinnen der Operette Bremgarten. Die Premiere von «Paganini» findet im März im Casino Bremgarten statt.

Pat Aimi: Der Tanz ist ihr Leben

Text und Bild: Fabienne Hunziker

Wer Patrizia Aimi trifft, spürt sie sofort, die Energie, das Temperament und die Lebensfreude, die Freude an der Bewegung, die Herzlichkeit und die grosse Dankbarkeit. Über alles dankbar ist sie ihrer Familie, die sie auf ihrem Weg immer unterstützt hat und die Prise Verrücktheit stets bewahrt hat. Die quirlige Tänzerin kann auf eine vielseitige und erfolgreiche Karriere zurückblicken.

Fussball in der Damenmannschaft oder klassisches Ballett? Nach einiger Zeit im FC entschied sich die 12-jährige Patrizia aus Menziken schliesslich für das Tanzen. Auch beim Thema Berufswunsch lag ein wenig Glitzerstaub in der Luft, Modedesignerin oder Schauspielerin standen ganz oben auf ihrer Liste. Die Schneiderlehre sollte es dann schliesslich sein. Während der Ausbildungszeit und dem Unterricht in klassischem Ballet entdeckte Pat eines Tages ein Schild mit der Aufschrift «Jazzdance». Angesprochen von diesem modernen und interessanten Wort besuchte sie schliesslich den Jazzdance-Unterricht bei Monique Gächter in Schöftland. Ihr Talent für die geschmeidige und energiegeladene Bewegung mit viel Ausstrahlung und Gefühl wurde schnell erkannt. Das klassische Ballett und der Jazzdance boten das ideale Fundament für die Ausbildung zur professionellen Tänzerin, welche sie schliesslich nach der Schneiderlehre in Angriff nahm.

Der Wunsch der Schauspielerei blieb stets im Hinterkopf. An der Colombo Dance Factory wurde Schauspiel, ebenso wie Gesang und verschiedenste Tanzstile gelehrt. Eine umfangreiche Ausbildung also, die wie eine Berufslehre mit Theorie und Praxis gestaltet ist und nach dreijähriger Lehrzeit eine Prüfung verlangt. Noch bevor Patrizia diese Prüfung absolvierte, besuchte sie eine Audition (Vortanzen, Vorsprechen) im Schauspielhaus Zürich. Die Annonce lautete schlicht: Das Schauspielhaus Zürich sucht Frauen. Tatsächlich benötigten sie für das geplante Programm nur vier Frauen, Patrizia war eine von ihnen. Das Vortanzen bestehend aus Stepptanz, Singen, Moderndance und vielem mehr, meisterte sie also mit Bravour. Gestärkt vom gewonnenen Selbstvertrauen, welches ihr dieser Erfolg bescherte, legte sie folglich auch ihre Abschlussprüfung an der Schule sehr erfolgreich ab. Mit dem Engagement am Schauspielhaus war nun auch der erste Schritt auf die Bühne als Schauspielerin gemacht.

Die bodenständige Menzikerin betrachtet ihr Leben und was sie alles erleben durfte als ein grosses Geschenk. Alles kommt, wie es muss und zu seiner Zeit. Das unfassbare Glück, das sie in ihrer Karriere erleben, die Erfolge die sie feiern durfte und die Unterstützung, die sie von ihrem Umfeld immer erhielt, lässt ihre Augen glänzen. Nicht immer war die Zeit als Tänzerin leicht. Die Gefahr einer Verletzung besteht immer, die finanziellen Mittel sind oft begrenzt und schliesslich herrschen hinter der Bühne nicht immer Glanz und Glamour. Für Patrizia Aimi ist Tanz und Bewegung ihr Leben. Für sie ist es nicht eine Zurschaustellung ihrer selbst, sondern das Gefühl, das zählt. Tanz und Schauspiel (Gesang) ist eine wunderbare Möglichkeit, sich auszudrücken und zu spüren. Für sie stand nie der Ruhm im Vordergrund, sie wollte ihre Leidenschaft leben, das immer wiederkehrende Glück von einem Engagement nach dem andern auskosten und geniessen.

Sie bestritt die Endrunde der Auswahl für berühmte Musicals wie «Cats» oder «A Chorus Line». Mit bunten Federn geschmückt trat sie jahrelang als Varietétänzerin auf und bestritt Abend für Abend ihre eigene Show. Aus 1200 Bewerberinnen schaffte sie es als eine von drei Tänzerinnen in die Tanz- und Schauspielcrew von Benissimo. Noch heute ist es für sie unglaublich zu sehen, wie viel Glück sie erfahren durfte und mit ihrer positiven Einstellung, der harten Arbeit und viel Energie immer ans Ziel gelangte.

Ihr Weg hielt immer neue Herausforderungen und somit neue Erfahrungen bereit. Im Alter von 27 Jahren absolvierte sie schliesslich die Schauspielschule EFAS. Ihr Traum auf der Bühne wurde wahr. Ihr Talent und die Vielfalt ihrer Fähigkeiten war gefragt. Sie wurde als Tänzerin, als Sprecherin, für Musicals und schliesslich als Schauspielerin engagiert. Auf den grossen Schweizer Bühnen fühlte sie sich über 27 Jahre lang sehr wohl. Seit ihrer Profitanzausbildung konnte sie auch immer unterrichten und ihr Wissen neuen Talenten weitergeben. Noch heute gibt sie ihre Leidenschaft als Tanzlehrerin weiter. Seit rund 14 Jahren ist sie als Choreografin bei der Operettenbühne tätig. Momentan laufen die Proben für «Paganini» in Bremgarten.