Drucktermin: 1. Mittwoch des Monats, 06.00 Uhr

Neue Operationsverfahren bewähren sich

Bild: zvg

Die Abnützung, der Verschleiss des Gelenkknorpels (Arthrose) ist die häufigste Gelenkerkrankung des Erwachsenen. Hüft- und Kniegelenke sind besonders häufig betroffen. Im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung hilft häufig nur noch der Ersatz des Gelenkes durch ein sogenanntes künstliches Gelenk, auch Prothese genannt.

Durch stetige Verbesserung der Operationsmethoden und Implantate ist der künstliche Ersatz des Hüftgelenkes zu einer der erfolgreichsten orthopädischen Operationen überhaupt geworden und stellt eine sichere Methode dar, die Lebensqualität zu verbessern und den Erhalt der Mobilität langfristig zu gewährleisten.

Ob eine operationsbedürftige Arthrose vorliegt, kann im Rahmen einer ambulanten Vorstellung in der orthopädischen Sprechstunde zumeist leicht geklärt werden. Nach einem ausführlichen Gespräch, in dem die Art, Dauer und Intensität der Beschwerden erörtert werden, kann anhand der körperlichen Untersuchung und der ggf. ergänzend durchgeführten Röntgenbildgebung ein Behandlungskonzept erstellt werden.

Seit ca. 10 Jahren kommen bei der sogenannten Implantation (= Einbringen) des künstlichen Hüftgelenkes, neben den klassischen Operationsmethoden, immer häufiger neue «minimalinvasive» Operationsverfahren zum Einsatz.

Dabei muss jedoch erwähnt werden, dass «der kleine Schnitt», am Ende sichtbar durch die kürzere Narbe, nur ein Merkmal dieser Operationsverfahren darstellt. Aus meiner Sicht und allgemein anerkannt, ist ein kleiner Schnitt alleine kein Garant für ein minimalinvasives Vorgehen. Vielmehr sollte die Schonung der Muskulatur im Vordergrund stehen. Für mich ist vielmehr eine möglichst muskelschonende Operationstechnik wichtig, um die Belastung des Körpers durch den operativen Eingriff so gering wie möglich zu halten. Hierdurch kann in der Regel eine schnellere Mobilisation und Frührehabilitation erreicht werden.

Zudem wurde der Aufschwung der neuen Operationsmethoden durch die Weiterentwicklung der Operationsinstrumente begünstigt. Dadurch ist es uns Orthopäden möglich, bewährte Implantate auch über den kleineren «Zugangsweg» der minimalinvasiven Operationstechnik einzubringen. Somit ist neben der oben erwähnten schnelleren Frührehabilitation auch der Grundstein für eine lange Haltbarkeit des künstlichen Hüftgelenkes (sogenannte Standzeit) gelegt.

 

Dr. Bernd Heinrich
Facharzt für Orhtopädie und Unfallchirurgie

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