Druckschluss: 1. Mittwoch des Monats, 06.00 Uhr

«Verkauf» von Patienten

Bild: zvg

Ein Thema, welches in den letzten Wochen häufig in den Medien behandelt wurde, ist die Bezahlung von Ärzten für die Überweisung an bestimmte Spitäler oder Spezialisten.

Dies ist ein Zustand, der wahrscheinlich in bestimmten Ballungsräumen mit einem hohen Konkurrenzdruck vorkommt, aber keinesfalls hinzunehmen ist. Jeglicher Geldfluss in diesem Bereich und für diese Zwecke ist kategorisch abzulehnen und aufs schärfste zu verfolgen. Genau wie die laxe Handhabung von Indikationsstellungen für Operationen, also die «Belohnung» von Kollegen, etwa mehr lukrative Operationen an einem Spital durchzuführen.

Wie in jedem Beruf gibt es jedoch auch bei den Ärzten «schwarze Schafe», die nicht den berufsethischen Grundsätzen genügen.

Man darf jedoch wohl auch zurecht sagen, dass dies kein flächendeckendes Verhalten darstellt. Ich selbst hörte von diesem Gebaren das erste Mal aus den Medien. Für das Spital Menziken kann ich eine solche Praxis absolut ausschliessen. Als Spital mit einer regionalen Verwurzelung bekommt es vor allem Zuweisungen von Hausärzten aus der Region, die Belegärzte ebenso. Der jeweilige Hausarzt überweist den Patienten zu einem entsprechenden Spezialisten, entweder berücksichtigt er hierbei den Wunsch des Patienten, seine eigene Erfahrung mit dem Spezialarzt oder gewisse Spezialisierungen innerhalb eines Fachgebietes.

Hierbei darf auch der Versicherungsstatus des Patienten keine Rolle spielen. Natürlich buhlen gerade in Ballungsgebieten viele Spitäler und Spezialisten gerade um diese Patienten, da ihre Behandlung lukrativer ist. Hierbei darf jedoch kein Geld fliessen. Ebenso ist es irrig anzunehmen, dass sogenannte Privatspitäler und die dortigen Spezialisten eine bessere medizinische Versorgung gewährleisten. Ich selbst kenne schweizweit aus meinem Fachgebiet die Spezialisten, von denen ich mich selbst operieren lassen würde. Die wenigsten von ihnen sind an Privatspitälern beschäftigt.
Die Diskussion über diese Praktiken ist jedoch für die Ärzteschaft dringend notwendig, eine entsprechende Transparenz von Nöten, denn wir dürfen nicht das Vertrauen unserer Patienten verlieren.

 

Dr. Michael Kettenring

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