Druckschluss: 1. Mittwoch des Monats, 06.00 Uhr

Das gebrochene Handgelenk

Bild: zvg

Das Handgelenk besteht aus mehreren Knochen. Auf der Seite des Unterarms liegen Elle und Speiche, auf Seite der Hand Mondbein und Kahnbein.

Meist bricht die Speiche. Dieser handgelenksnahe Speichenbruch ist der häufigste Knochenbruch beim Menschen überhaupt.

Ursache ist meist ein Sturz auf die nach hinten gestreckte Hand. Schnell einschiessender Schmerz, Schwellung oder gar eine äussere Fehlstellung weisen auf einen Handgelenksbruch hin. Gesichert wird die Diagnose durch eine Röntgenaufnahme des Handgelenks in zwei Ebenen.

Die Frage, die sich stellt und die über die weitere Therapie entscheidet: Ist der Bruch verschoben bzw. verschiebungsgefährdet? Kann die Frage mit «Ja» beantwortet werden, muss die Speiche zumindest eingerichtet, meist sogar operativ stabilisiert werden. Hierfür stehen verschiedene Implantate zur Verfügung. Während die meisten Brüche ausserhalb und innerhalb des Gelenkes mit Drähten, Schrauben und Platten versorgt werden können, müssen die Trümmerbrüche meist durch einen sogenannten Fixateur externe, also einen äusseren Spanner, versorgt werden.

Ziel jeglicher operativer Stabilisierung ist die Wiederherstellung von Beweglichkeit und Funktion. Dies lässt sich nur bewerkstelligen durch eine passgenaue Wiederherstellung der Gelenkflächen.

Die Stabilisierung durch Implantate – heute meist aus Titan – führt jedoch nur zu einer Übungsstabilität. Das heisst, die Platten und Schrauben halten den Knochen in idealer Position, heilen muss er von alleine. Erst nach der Knochenbruchheilung, welche 4 Wochen bis mehrere Monate in Anspruch nimmt, ist auch eine Belastungsstabilität erreicht. Für ein insgesamt gutes Ergebnis ist neben der chirurgischen Stabilisierung auch eine gute physiotherapeutische Beübung und die Motivation des Patienten gefragt. Aber dies trifft für viele unfallchirurgische Operationen zu.

Nach kompletter Ausheilung des Bruchs stellt sich häufig die Frage, ob das implantierte Material wieder entfernt werden muss. Die Frage kann an vielen Lokalisationen (nicht an allen) eindeutig mit «Nein» beantwortet werden. Sollte jedoch das Implantatmaterial subjektiv oder objektiv stören, wird es entfernt. Dies ist dann meist mit einem ambulanten Eingriff möglich.

 

Dr. Michael Kettenring