Druckschluss: 1. Mittwoch des Monats, 08.00 Uhr

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Wenn der Stossdämpfer klemmt

Bild: zvg

Das Kniegelenk des Menschen ist mannigfaltigen Belastungen ausgesetzt. Hierbei kommt dem Meniskus eine zentrale Rolle zu. Er ist sozusagen der Stossdämpfer des Gelenks.

Er besteht aus faserigem Knorpel und liegt als halbmondförmige Scheibe zwischen Ober- und Unterschenkelknochen. Er verteilt die Kräfte, welche auf den oberen Teil des Schienbeins einwirken und hat somit eine wichtige Funktion zum Schutz des Gelenkknorpels.

Kommt es hier durch ein Verdrehen des Kniegelenkes oder aus Verschleissgründen zu Einrissen, kann dies erstens schmerzen und zweitens zu weiterführenden Problemen mit dem Gelenkknorpel führen. Nicht jeder Meniskusriss ist immer unbedingt operationsbedürftig. Kleine, in die Unterfläche einstrahlende Risse, können auch einmal, sollten sie wenig Beschwerden verursachen, ohne Operation behandelt werden. Liegt jedoch ein Riss vor, der ausgeprägte Beschwerden verursacht, oder ist der Riss entsprechend gross mit der Gefahr der weiteren Vergrösserung, ist eine operative Behandlung per Gelenkspiegelung, also eine arthroskopische Operation angezeigt.

Die Behandlung von Meniskusläsionen ist die am häufigsten notwendige arthroskopische Operation. Bei einer Arthroskopie (Gelenkspiegelung) wird minimalinvasiv, d.h. über 2 bis 3 kleine (ca. 5mm) Schnitte einerseits eine Kamera in das Kniegelenk eingeführt und über die anderen Schnitte dünne speziell entwickelte Werkzeuge in das Gelenk eingebracht. Das Kniegelenk wird mit einer sterilen Spülflüssigkeit aufgefüllt. Mit dem Bild, welches die Kamera im Gelenk aufnimmt, kann einerseits das gesamte Gelenk beurteilt werden, andererseits können die meisten Operationen gleich mit durchgeführt werden, ohne das Gelenk selbst zu öffnen.

In Abhängigkeit von Alter, Lokalisation, Rissform und evtl. vorliegenden Begleitverletzungen wird eine Teilentfernung oder eine Naht durchgeführt. Dies wird ausführlich vor der Operation besprochen, auch unter Zuhilfenahme der sogenannten Kernspintomografie, einer Schnittbilduntersuchung, bei der durch starke Magnetfelder Bilder des Kniegelenkes generiert werden, auf denen man im Vergleich zum normalen Röntgenbild nicht nur den Knochen, sondern auch Bandstrukturen, Knorpel und eben auch den Meniskus sieht.

Bei der Teilentfernung wird der gerissene Anteil mit speziellen, dünnen Stanzen entfernt und der Rest mit einer dünnen Fräse geglättet, sodass ein glatter und stabiler Rest verbleibt. Bei frischen Rissen, welche sich im durchbluteten kapselnahen Meniskus befinden, kann eine Meniskusnaht angestrebt werden. Dies wird mit speziellen Instrumenten durchgeführt, welche es ermöglichen, fast jeden Teil des Meniskus zu nähen. Während man nach einer Meniskusteilentfernung nach wenigen Tagen meist schon ohne Gehstützen laufen kann, ist es bei einer Refixation abhängig vom Ort des genähten Risses notwendig, bis zu 6 Wochen die Beweglichkeit einzuschränken bzw. das Bein nur teilweise zu belasten.

 

Dr. Michael Kettenring