Drucktermin: 1. Mittwoch des Monats, 06.00 Uhr

Gallensteine

Bild: zvg

Gallensteine sind eine relativ häufige Erkrankung. Gerade in der Winterzeit mit im Verhältnis zum Sommer fetthaltigerem Essen kommt es zu einer Häufung damit verbundener Beschwerden.

Die Galle selbst wird gebildet in der Leber. Sie wird dann in die Gallenblase, welche als Reservoir dient, transportiert, von wo sie wiederum nach Nahrungsaufnahme durch einen hormongesteuerten Reflex in den grossen Gallengang und von dort in den Dünndarm abgegeben wird. Dort trägt sie unter anderem zur Fettverdauung bei. Bilden sich nun durch ein Ungleichgewicht der löslichen Bestandteile Steine in der Gallenblase, macht dies bei etwa einem Viertel der Betroffenen Beschwerden. Diese können in einem einfachen Druckgefühl im rechten Oberbauch bestehen. Aber auch krampfartige, starke Schmerzen können durch eine Verlegung des Gallenblasenausgangs auftreten. Sollte dieser Stau länger anhalten, kann eine Entzündung der Gallenblase die Folge sein. Spätestens dann sollte die Entscheidung zur Gallenblasenentfernung getroffen werden. Insgesamt gilt die Empfehlung, Beschwerden verursachende Gallensteine zu entfernen. Da die weitaus überwiegende Zahl der Gallensteine in der Gallenblase vorkommt, bedeutet dies die Notwendigkeit der Gallenblasenentfernung.

Die Diagnose stellt der Arzt einerseits durch die Befragung und die typischen Beschwerden des Patienten, andererseits durch die Ultraschalluntersuchung. Weiterhin trägt die Bestimmung von verschiedenen Blutparametern zur Diagnosesicherung bei. Prinzipiell gibt es noch die Möglichkeit, die Gallensteine durch Medikamente aufzulösen oder sie zu zertrümmern. Davon sollte man jedoch Abstand nehmen, da dies einerseits Komplikationen auslösen kann, andererseits, falls überhaupt wirksam, das Wiederauftreten sehr wahrscheinlich ist. Die vernünftigste Therapie besteht in einer Entfernung der Gallenblase. Dies sollte wenn möglich in den ersten Tagen der Entzündung oder dann später im entzündungsfreien Intervall nach 4 bis 6 Wochen erfolgen.

Die Operation wird seit vielen Jahren in Schlüssellochtechnik durchgeführt. Hierbei wird eine stabförmige Kamera in Bauchnabelhöhe in den Bauchraum eingeführt, der Bauch mit Gas aufgedehnt und über kleine Schleusen lange, stabförmige Instrumente in den Bauchraum eingebracht, mit denen die Gallenblase aus dem Verbund mit Leber und Gallengang heraus präpariert wird. Dies alles indirekt von aussen durch Sicht auf einen Videomonitor. Nur wenn die Verhältnisse vor Ort durch Entzündungen oder Verwachsungen sehr schwierig sind bzw. während der Operation Komplikationen auftreten, ist noch eine offene Gallenblasenentfernung notwendig. Nach der Operation bleibt man nur wenige Tage im Spital, dann ist die Entlassung nach Hause möglich. Am Anfang ist anzuraten, auf fettreiche Speisen oder hochprozentigen Alkohol zu verzichten, da der Gallengang nun die Reservoirfunktion der Gallenblase mit übernehmen muss.

 

Dr. med. Michael Kettenring

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