Druckschluss: 1. Mittwoch des Monats, 06.00 Uhr

Mundgeruch beim Hund

Text und Bild: zvg

Die kleine Yorkshire-Hündin wird von ihren Besitzern über alles geliebt, aber in letzter Zeit meiden sie doch etwas den nahen Kontakt zu ihr. Grund dafür ist der üble Geruch, der aus der Mundhöhle der kleinen Prinzessin strömt.

Mundgeruch kann ganz verschiedene Ursachen haben: Ein fauler Zahn, ein Lefzenekzem, das Rülpsen oder das Fressen von verfaulten Nahrungsmitteln. Oder auch das Lecken am After und den Analbeuteln, sowie eine Neoplasie in der Maulhöhle können dafür verantwortlich sein. Am häufigsten aber ist der Zahnsteinbelag mit Bakterienbesiedlung am fauligen Geruch schuld.

Dieser Zahnsteinbelag kann (wie beim Menschen) mittels Dentalhygienebehandlung entfernt werden. Anders als beim Menschen benötigt der Tierarzt aber für die Zahnsteinentfernung mit dem Ultraschallgerät eine Sedation (Beruhigung) der Tiere. Damit wird die Behandlung für alle Beteiligten stressfrei und angenehm ablaufen. Je nach Hunderassen werden verschiedene Zahn- und Mundhöhlenerkrankungen angetroffen: Grosse Hunderassen weisen häufiger abgesplitterte Backenzähne auf, welche mit viel Kraft, Geschick und Technik gezogen werden müssen. Kleine Rassen hingegen neigen mehr zu Zahnsteinbelag und Zahnfleischentzündungen, wo feineres Arbeiten gefragt ist. Dass kleine Hunderassen häufiger und mehr Zahnsteinbelag aufweisen, hat mehrere Gründe: Meist bekommen sie weicheres Futter und häufigere Zwischenmahlzeiten, ihre Verdauung verträgt Knochen für die mechanische Zahnreinigung weniger gut und sie bewegen sich weniger draussen. Manchmal sind die Zähne nach der Zahnsteinentfernung sogar locker und müssen entfernt werden. Wenn die Hundebesitzer sich die Mühe nehmen möchten, scheint eine Zahnreinigung zwei- bis dreimal wöchentlich bei kleinen Hunderassen durchaus sinnvoll zu sein. Kaustengel und Trockenfutter können einen weiteren Anteil zur Zahngesundheit leisten. Aber selbst bei vorbildlichster Vorsorge können sich Beläge aus Speichel, Futterresten, Bakterien und Blut bilden, welche vielleicht ein bis zweimal im Hundeleben entfernt werden. Anlässlich der Impfungen werden Maulhöhle und Zähne untersucht und wenn nötig wird ein Termin dafür vereinbart.

Bei unserer kleinen Prinzessin hat sich die Reinigung gelohnt. Unter den dicken Zahnsteinbelägen kamen gut erhaltene weisse Zähne zum Vorschein. Sie erholte sich schnell und die Zahnfleischentzündung klang gut ab.


Patrick Curschellas, Kleintierpraxis Dr. Küng AG, 6215 Beromünster, www.kleintierpraxiskueng.ch