Druckschluss: 1. Mittwoch des Monats, 06.00 Uhr

Wenn das Verdauungssystem aus dem Lot gerät

Bild: zvg

Gerade noch ist das Kind quietschfidel, in der nächsten Sekunde erbricht es, hat Durchfall oder gar beides zusammen. Für das Kind ist das oft eine erschreckende Situation.

Für die Eltern bedeutet dies trösten und sich kümmern, aber auch Wäsche und Hände waschen im Dauertakt. Dazu kommt die Sorge um das Kind. So unangenehm der Brechdurchfall ist, in den meisten Fällen ist die Erkrankung unproblematisch und hört nach ein paar Tagen von selbst wieder auf. Erbrechen und Durchfall kommen bei Kindern in jedem Alter häufig vor. Sie reagieren oft bereits auf Kleinigkeiten, denn der kindliche Magen ist noch sehr empfindlich. Ein zu kaltes Getränk, verdorbene Lebensmittel, zu viel durcheinander gegessen, Vorfreude und besondere Erlebnisse gehören zu den oft harmlosen Ursachen der Erbrechen. Der Verzehr von zu viel Obst kann Durchfall auslösen.

Durchfall kann aber auch eine typische Begleiterscheinung beim Zahnen, bei Erkältungen, z.B. einer Mittelohrentzündung, oder anderen fieberhaften Infekten sein. Der Brechdurchfall wird meist durch Viren ausgelöst. In der Regel dauert das Erbrechen 1 bis 2 Tage, während der Durchfall noch einige Tage länger anhält. Dabei birgt das Erbrechen wegen des hohen Flüssigkeitsverlustes meist das grösste Risiko. Durch fehlende Flüssigkeitsaufnahme kann es zur Austrocknung des Körpers kommen, was besonders bei Kleinkindern schnell lebensbedrohlich werden kann. Daher ist die wichtigste Massnahme der Ausgleich des Flüssigkeitsverlustes. Das Kind muss viel trinken, am besten immer wieder in kleinen Mengen. In der kinderapotheke sind fertige Trinklösungen erhältlich, die alle wichtigen Mineralstoffe, Wasser und Zucker enthalten. Wenn das Kind nicht trinken will, verabreichen Sie die Lösung mit dem Löffel oder mit einer Spritze (ohne Nadel) in den Mund. Nach 3 bis 4 Stunden ist der Körper des Kindes in der Regel wieder mit Flüssigkeit versorgt. Säuglinge sollen weiter gestillt werden. Wegen der hohen Ansteckungsgefahr ist häufiges Händewaschen und besondere Sauberkeit oberstes Gebot. Und: Kinder mit Brechdurchfall müssen zu Hause bleiben. Beobachten Sie das Kind gut, denn Verschlechterungen können schnell gehen. Lassen Sie sich in der kinderapotheke beraten und begleiten. Oder suchen Sie gegebenenfalls einen Arzt auf.

Barbara Kursawe, Apothekerin
TopPharm Homberg Apotheke
zertifizierte medinform-kinderapotheke