Druckschluss: 1. Mittwoch des Monats, 06.00 Uhr

Wenn Hormone den Ton angeben

Bild: zvg

«Gerade eben war sie noch so klein … und schon wird meine Tochter erwachsen …» Mit dem Entdecken ihrer Sexualität stellt sich bald die Frage nach dem geeigneten Verhütungsmittel – eine Entscheidung, die häufig mit Bedenken und offenen Fragen behaftet ist. Werden wir doch in den Medien regelmässig über tragische Thrombosefälle im Zusammenhang mit der Einnahme der «Pille» informiert.

Wie also sollen wir mit diesen Verunsicherungen umgehen? Schaden Hormonpräparate der Gesundheit meiner Tochter? Hat sie durch die zusätzlichen Hormone ein erhöhtes Thromboserisiko? Bis heute wird eine genetische Vorbelastung in der Regel erst nach dem Auftreten eines Thrombosefalls getestet und erkannt. Dieser kann im Extremfall aber bereits tödlich enden. Genetische Vorsorgetests, die das individuelle Risiko aufzeigen, können neu ganz einfach und schmerzfrei mittels einer Speichelprobe durchgeführt werden. Je nach genetischer Konstellation kann das Thromboserisiko in Kombination mit einem hormonalen Verhütungsmittel bis zu 80-fach erhöht sein. In diesen Fällen ist eine möglichst frühe Erkennung besonders wichtig, denn bis zum Auftreten der Thrombose machen sich keine Symptome bemerkbar. Der Test muss nur einmalig durchgeführt werden, da die genetische Information eine lebenslängliche Gültigkeit aufweist. Er gibt Auskunft über die persönliche Situation in Bezug auf das individuelle Risiko und ermöglicht es Ihnen, spezifische Vorsorgemassnahmen zu treffen, die das Auftreten einer Thrombose reduzieren oder sogar verhindern können. Entscheidend ist, dass der Ausbruch der Krankheit auch durch andere Faktoren wie Übergewicht, Rauchen, Bettlägerigkeit oder längere Flugreisen begünstigt wird. Bei einer genetischen Vorbelastung können diese auch unabhängig von einer Hormontherapie ausschlaggebend sein.

Gerne beraten wir Sie vertieft und persönlich rund ums Thema «genetisch bedingtes Thromboserisiko, insbesondere in Kombination mit hormonellen Verhütungsmitteln» und beantworten Ihre Fragen zu den Vor- und Nachteilen der verschiedenen Möglichkeiten. Bei Interesse können Sie den beschriebenen Gentest ohne Voranmeldung in Ihrer kinderapotheke durchführen lassen. Die Analyse liefert Ihnen das Werkzeug für eine verantwortungsvolle, bewusste persönliche Entscheidung im Umgang mit Hormonpräparaten. Wir unterstützen Sie gerne, denn Vorsorgen ist besser als Heilen.

Übrigens: Analog gilt die Analyse selbstverständlich auch in Zusammenhang mit Hormonpräparaten, die bei Wechseljahresbeschwerden eingesetzt werden.

 

Mirjam Balimann, Apothekerin
TopPharm Homberg Apotheke, zertifizierte medinform-kinderapotheke

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