Druckschluss: 1. Mittwoch des Monats, 06.00 Uhr

Theatergruppe Tandem muss Zwangspause einlegen

Text und Bild: Thomas Moor

Die Aufführungen der Theatergruppe Tandem Reinach im Saalbau waren bisher nicht nur Garant für bestes Laientheater, sondern auch für unvergessliche Schenkelklopfer. Theaterfreunde müssen in diesem Jahr aber wohl oder übel auf eine Aufführung verzichten.

«Die Hoffnung stirbt zuletzt». Das ist nicht der Titel eines etwaigen Theaterstückes, sondern bittere Realität für die Theatergruppe Tandem. Jenes Laientheater, welches in den vergangenen Jahren die Ränge im Saalbau zigfach füllte. Mit bester schauspielerischer Unterhaltung, mit einer Schauspielertruppe, die mit Herzblut auf der Bühne stand und förmlich über sich hinauswuchs. Wenn der Vorhang jeweils geöffnet wurde, standen Theaterliebhaber aus nah und fern in Scharen auf der Matte. Ja, die «Tandemler» waren immer ein sicherer Wert. Das Erfolgsrezept? Das waren mit Sicherheit die ausgewählten, mit Humor gespickten Stücke, bei welchen die Verantwortlichen immer ein goldenes Händchen bewiesen. Da waren aber auch die Schauspieler, die während der Theaterproben förmlich mit ihrer Rolle verschmolzen, um dann am Tag X zur Höchstform aufzulaufen. «Der zeitliche Aufwand für die Proben war jeweils enorm, aber von Erfolg gekrönt», so Vereinspräsident Rolf Rubin. Und er weiss, wovon er redet, stand er doch jahrelang selber aktiv auf der Bühne. Ohne Fleiss kein Preis! Diese Devise war ständiger Begleiter bei den wöchentlichen gemeinsamen Proben und beim Lernen des Theatertextes zu Hause. Ein enormer zeitlicher Aufwand. Es ist deshalb nicht einfach, Spieler zu rekrutieren, welche bereit sind, diese Opfer zu erbringen. Und auf Verstärkung ist die Theatergruppe Tandem speziell angewiesen. Viele der «älteren» Garde sind nämlich ins zweite Glied zurückgetreten. Der Ablösungsprozess hat stattgefunden. Einfach mit dem bitteren Beigeschmack, dass akuter Schauspielermangel herrscht. Aus diesem Grund sehen sich die Verantwortlichen gezwungen, die Theateraufführung 2019 – ein Jahr nach dem 25-Jahr-Jubiläum – abzusagen. Selbstverständlich läuft die Suche nach neuen Mitspielerinnen und Mitspielern weiterhin auf Hochtouren. Ganz nach dem Motto «Die Hoffnung stirbt zuletzt».