Druckschluss: 1. Mittwoch des Monats, 06.00 Uhr

Visualisierung des geplanten Neubauprojektes «Tulipan» Kultur- und Begegnungszentrum Reinach.

Ein neues, offenes Religions-, Kultur- und Begegnungszentrum

Text und Bild: Eing.

Der Verein Albanische Gemeinschaft Reinach plant infolge Platzmangels in ihrem bestehenden Zentrum einen Neubau, der weit mehr als moderne Gebetsräumlichkeiten umfasst. Die neue Infrastruktur soll auch als Begegnungsort für interkulturellen, religiösen und sozialen Austausch dienen und die Integration von Kindern und Jugendlichen fördern.

Der Ausländeranteil an der Bevölkerung im Oberwynental liegt über dem kantonalen Vergleich. Die Albanische Gemeinschaft mit ihren über aktiven 300 Mitgliedern wurde vor 27 Jahren als Verein gegründet und hat ihr gesellschaftliches und religiöses Zentrum seit 25 Jahren an der Hauptstrasse 3 in Reinach. Die bestehende Infrastruktur genügt den Platzbedürfnissen der Religionsgemeinde längst nicht mehr. Gebetsstunden müssen teilweise in den Gängen abgehalten werden und die Räumlichkeiten verunmöglichen die Durchführung religiöser Zeremonien und sozialer Anlässe im Beisein aller Mitglieder. Aus diesem Grund entschloss sich die Gemeinschaft zum Bau eines neuen Zentrums in der Industriezone von Reinach. Geplant ist ein religiöses und soziales Begegnungszentrum mit stark integrativem und kulturell verbindendem Charakter.

Identifikation und Integration
Der geplante Bau – selbstbewusst, unaufdringlich und diskret in seiner Architektur – setzt baulich kein religiöses Wahrzeichen. Hassan Bajrami, Stv. Präsident der Albanischen Gemeinschaft, über das Projekt: «Wir wollen mit unserem Zentrum nicht nur einen identitätsstiftenden Ort für unsere Kultur und unseren Glauben schaffen. In unserem Neubau sollen sich auch unsere Offenheit gegenüber anderen Kulturen und religiöser Vielfalt manifestieren sowie Integrationswillen in die Tat umgesetzt werden.»

Kindertagesstätte, Jugendraum, Restaurant
Konkret: Dem neuen Bau angegliedert wird das Kultur- und Begegnungszentrum «Tulipan», das Menschen aller Glaubensrichtungen offensteht. Hier soll ein Kinderhort mit qualifiziertem Betreuungspersonal Kindern im Vorschulalter das Erlernen der Schweizerdeutschen Sprache frühzeitig ermöglichen und ihnen den Einstieg in das Schweizer Schul- und Bildungssystem erleichtern – eine Idee, die bei der Reinacher Schulbehörde viel Zuspruch erfährt. Ein Jugendraum, geführt von Sozialarbeitern, bietet zudem Jugendlichen aller Kulturen die Möglichkeit zur Freizeitgestaltung und Begegnung. Zudem erhält die Gemeinde ein neues, attraktives Gastroangebot: In einem Restaurant kann die Bevölkerung die Spezialitäten der albanischen Küche und die kulinarischen Facetten von Küchen zahlreicher anderer Länder kennenlernen. Auch als Eventlocation bietet das Kulturzentrum «Tulipan» vielfältige Möglichkeiten: Podiumsdiskussionen, Lesungen, Film- und Theaterveranstaltungen sowie private Veranstaltungen – beispielsweise Hochzeiten oder Geburtstage – sollen hier durchgeführt werden.

Selbst finanziert und hohe politische Akzeptanz
Die Mehrheit der Vereinsmitglieder und ihrer Familien sind in den letzten zwei Jahrzehnten Teil der Bevölkerung von Reinach und der Schweizer Gesellschaft geworden. Sie übernehmen die vollständige Finanzierung des Neubauprojektes. Das Investment in eine Infrastruktur, die nicht nur der Eigennutzung dient, sondern bewusst ein integratives Zeichen setzt und eine Bereicherung für die ganze Gemeinde ist, stösst bei den politischen Behörden auf grosse Akzeptanz: Martin Heiz, Gemeindepräsident Reinach: «Das geplante neue Begegnungszentrum der Albanischen Gemeinde ist weit mehr als eine neue Infrastruktur zur würdigen Ausübung ihrer Religion. Sie ist ein Bekenntnis zu unserer Region und ein Brückenschlag zwischen Religionen und Kulturen – initiiert von einer Minderheit, die sich bei uns offenbar wohl fühlt und der Allgemeinheit ihre Wertschätzung ausdrücken will. Darum ist dieses Projekt absolut unterstützenswert.»

Zahlen und Fakten zum Neubau
«Tulipan», das Kultur- und Begegnungszentrum soll im Reinacher Industriequartier, zwischen den Grossisten Aldi, Landi und COOP Bau + Hobby (Parzelle LIG Reinach (AG) 4213) entstehen. Das Zentrum hat eine Dimension von 29 × 47 Metern, die Nutzfläche beläuft sich auf 2225 m2.

Bauherrin ist die Albanische Gemeinschaft Reinach. Geplant wurde der Bau von Teo Rigas, Architekt FH SIA.

Die Baueingabe erfolgt im Oktober 2019.

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