Druckschluss: 1. Mittwoch des Monats, 08.00 Uhr

schongau klz

André Stutz-Koch und Ruth Keller in der Wallfahrtskirche.

Ein Gotteshaus voller Leben in Oberschongau

Text und Bild: Graziella Jämsä

Messen, Andachten, Hochzeiten, Taufen, Konzerte – der Alltag in einer Kirche ist vielgestaltig. Doch in der Wallfahrtskirche fehlt es an Infrastruktur. Dies will die «Stiftung alte Pfarrkirche Schongau» ändern. Anfang April startet die Spendenaktion.

Schon von weitem sichtbar erhebt sich die alte Pfarrkirche am Dorfrand von Oberschongau. Ein Baudenkmal, dessen Ursprünge bis ins frühe Mittelalter reichen. Mauerreste einer römischen Villa, der Grundriss eines romanischen Kirchenschiffes, Wandeinbauten, die auf die Gotik zurückgehen und ein barockisierter Innenraum, stehen für die faszinierende Entwicklung. «Die archäologischen Funde wurden konserviert und damit sie für Besucher sichtbar werden, haben wir das», Ruth Keller, Präsidentin der Stiftung, klappt ein Bankfeld hoch. Die Bodenplatte samt festgemachter Bänke hebt sich und darunter finden sich die unterschiedlichen Mauerteile. Diese Besonderheiten und die einmalige Lage sind es, welche die Kirche ausserdem zur Station auf dem Freiämterweg haben werden lassen.

«Doch damit auch künftig Gottesdienste und verschiedene Veranstaltungen stattfinden können, müssen wir die Infrastruktur verbessern», erklärt Ruth Keller. Geplant sind ein Vorbereitungsraum mit Küchenzeile, wo kleinere Imbisse zubereitet werden sollen, Umgestaltung im Aussenraum mit Sitzgelegenheiten und die Sanierung der Orgel inklusive deren Stimmen. «Daraus ergeben sich Kosten in Höhe von 150’000 Franken», sagt Kassier André Stutz-Koch. Ruth Keller fügt hinzu: «Wir erhalten viel Unterstützung, auch aus der Bevölkerung umliegender Gemeinden. Das Geld sichert den Unterhalt als solches und dafür sind wir sehr dankbar.» Doch für grössere Investitionen sei dies nicht ausreichend.

Darum hat sich der Stiftungsrat, zu dem auch Pinar Gönül als Vertreterin des Innerschweizer Heimatschutz, Chantal Kupper-Baur, Historische Vereinigung Seetal und Hans Stutz von der Kooperation Oberschongau gehören, für eine Spendenaktion entschieden. «Mit einem Flyer, der nicht nur verschickt wird, sondern auch an verschiedenen Orten in der Gemeinde ausliegt, wollen wir auf unsere Bemühungen aufmerksam machen.» Gönner würden zum Wohl der Kirche und zum Erhalt eines bedeutenden Kulturgutes beitragen. Präsidentin Ruth Keller und Kassier André Stutz-Koch sind sich einig: «Am schönsten wäre es, wenn 2020 die Bauarbeiten beginnen könnten.»