Druckschluss: 1. Mittwoch des Monats, 08.00 Uhr

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Sophie Lüscher – Swiss Junior Trophy

Sophie Lüscher liess in Oberentfelden alle hinter sich

Text und Bild: Jennifer Loosli

Es wird der Tag kommen, an dem die Ära von Roger Federer & Co. zu Ende geht. Vielleicht findet sich ja eine Newcomerin in Seengen: Die 16-jährige Sophie Lüscher gewann nämlich bei der «Swiss Junior Trophy» in Oberentfelden.

Man könnte sagen, Sophie Lüscher wurde der Tennisschläger in die Wiege gelegt. Beide Elternteile spielen seit langem in ihrer Freizeit liebend gerne Tennis und somit wurden natürlich auch ihre beiden Töchter Laura und Sophie mit dem «Tennisvirus» infiziert. Mit 5 Jahren fing die junge Seengerin an Tennis zu spielen. Von Jahr zu Jahr kämpfte sich Sophie weiter an die Spitze. In den Kinderjahren spielte sie im Tennisclub Hallwilersee und im Tennisclub Wohlen Niedermatten, jetzt schon in der ganzen Schweiz und auch international. Die 16-Jährige ist momentan die Nr. 47 der Frauen in der Schweiz und somit N4 klassiert. Ab der Nr. 45 würde sie in die höhere Kategorie N3 aufsteigen. Dafür trainiert sie nun fleissig weiter an der NET. Die Nationale Elitesportschule Thurgau steht für eine individuelle und professionelle Nachwuchsförderung im Schweizer Leistungssport. Die NET ist eine von vier Swiss Olympic Sport Schools schweizweit. Drei Jahre absolvierte Sophie die Sekundarschule an der NET. Heute besucht sie im zweiten Jahr die Sportklasse an der PMS (Pädagogische Maturitätsschule) und wohnt seit einem Jahr in einer Wohngemeinschaft im Thurgau mit einer Triathletin und einer weiteren Tennisspielerin zusammen.

Fast täglich trainiert die Kantischülerin von 7.00 bis 9.00 Uhr und nachmittags gleich nochmal einige Stunden. Ziel ist es, trotz hohem Trainingsaufwand, eine fundierte schulische Ausbildung zu absolvieren. Sophie besucht – wenn sie nicht gerade an einem Turnier ist – pro Woche ca. 20 Lektionen Unterricht, die restliche Zeit darf sie für das Tennistraining aufwenden. Das Training ist sehr wichtig, denn die Konkurrenz schläft nicht. Doch schon letzten Sommer bezwang sie ihre Konkurrenz und durfte den verdienten Titel «Schweizer Meisterin 2018» aus Bellinzona mit nach Hause bringen. In ihren jungen Jahren sah Sophie schon viel von der Welt. Überall in Europa und einmal auch in Algerien nahm sie an diversen internationalen Turnieren teil.

Dieses Jahr fand ein internationales Turnier in Oberentfelden statt. Bei der 10. Ausgabe der «Swiss Junior Trophy» überzeugte Sophie Lüscher. Zu Anfang des Turniers belegte sie im internationalen Ranking (ITF) den 457. Platz. Dann liess sie während den Spielen die Konkurrenz aus Frankreich, Österreich und eine Schweizerin, die für Australien antrat, hinter sich. In den vier Spielen gab die Turniernummer sechs nur einen Satz ab und bezwang unter anderem die Turniernummer zwei, Tina Nadine Smith (ITF 263). Im Endspiel traf Lüscher auf die Französin Marine Szostak (ITF 446). 6:3 und 6:2 gewann die junge Seengerin und konnte somit ihren bislang grössten Sieg in einem internationalen Juniorenturnier verbuchen. Wie Sophie selber sagt: «Ich habe an diesem Tag wirklich gut gespielt und somit konnte ich im Halbfinale, wie auch im Finale meine Konkurrentinnen besiegen. Ich fand es schön «Zuhause» zu spielen, mit vielen bekannten Gesichtern.»

Nach diesem erfolgreichen Turnier belegt sie nun den grandiosen 324. Platz und kommt im internationalen Ranking somit einen grossen Schritt weiter nach vorne. Dies ist natürlich eines der grossen Highlights in ihrer bisherigen Karriere, nebst der wahnsinnig eindrücklichen Stimmung am EYOF (Europäische Jugendolympiade) 2017, die in Gjör, Ungarn stattfand. Was ihr Herz höher schlagen liess, war die Begegnung mit ihrem grossen Vorbild Roger Federer! Mit 14 Jahren war sie an den Swiss Indoors in Basel beim Herren-Turnier das Ballmädchen für Roger Federer und Rafael Nadal. Das beste daran war, dass nach dem Turnier alle Ballmädchen und -jungs mit Federer sprechen und zusammen mit ihm Pizza essen konnten.

Wer weiss, vielleicht sehen wir die junge Seengerin eines Tages auch auf der grossen Bühne spielen. Wir wünschen ihr auf jeden Fall alles Gute auf ihrem weiteren Tennis-Weg!