Druckschluss: 1. Mittwoch des Monats, 06.00 Uhr

Club 88 Seengen: Tagesreisli nach Bern

Text und Bild: Eing.

Eine ungezwungene, lockere Stimmung herrscht bei Clubreisen, man kennt einander und schätzt das kameradschaftliche Beisammensein. Für den Ausflug in die Bundesstadt wurde das Datum schon Wochen vorher abgemacht. Die Frauen erwischten wettermässig einen Traumtag – ein absoluter Glücksfall im bisher kalten und verregneten Juni.

Es war nicht politisches Interesse, das die Clubfrauen nach Bern lockte. Einer Führung im Bundeshaus war man nicht abgeneigt, doch während der Sessionen findet keine statt. Man hätte sich für die Tribünen anmelden und dort die Debatten verfolgen können. Für das politische Geschehen hinter den ehrwürdigen Mauern verspürte man wenig Lust. Schliesslich bot die Altstadt von Bern genug Sehenswürdigkeiten zwischen Zytgloggeturm und Nideggbrücke und quer durch die Altstadt vom Münster bis zum «Kindlifrässerbrunne». Weitaus verlockender erwiesen sich die vielen Läden und Geschäfte in den Laubengängen, wogegen weder das Einsteinhaus noch der Bärenpark oder eines der Museen konkurrieren konnten. Immerhin fand sich die ganze Gruppe zum Mittagessen beim historischen Berner Rathaus ein, nicht wegen seiner prächtigen Fassade, eher weil man gegenüber im Schatten des Rathauscafés herrlich tafeln konnte.

Die Münsterplattform mit atemberaubender Aussicht auf die Berner Viertausender besuchten die Frauen am Nachmittag. Hinunterschauen von hoher Warte aus ins Matte-Quartier liess einen fast erschauern. Die goldene Kuppel des Bundeshauses ragte immer irgendwo ins Blickfeld. Der Gang über die Bundesterrasse gehörte ins Pflichtprogramm wie das Verweilen auf dem Bundesplatz. Während drinnen debattiert wurde, vergnügten sich Kinder einer Schulklasse bei den Wasserfontänen. Mit unerwarteten Begegnungen ist am politischen Mittelpunkt der Schweiz immer zu rechnen, wenn Politiker, die man von der Presse her kennt, vorbeieilen oder fein gestylte Parlamentarierinnen durch das Käfiggässchen dem Bundeshaus zustöckeln. Genug der Politik! Gemeinsam schlenderten die Clubfrauen durch die Altstadt. Zeit zu haben zum Schauen, «Lädelen» und Geniessen ist in einer Stadt wie Bern ein kurzweiliger Zeitvertreib. Das feine Dessert in einem Café nach der Shoppingtour liess man sich erst recht nicht entgehen, denn mit der Heimreise pressierte es überhaupt nicht.