Druckschluss: 1. Mittwoch des Monats, 06.00 Uhr

Distelfalter und Schachbrettfalter

Schmetterlingsexkursion in Seengen

Text und Bild: Eing.

An seiner diesjährigen Sommerexkursion hat sich der Natur- und Vogelschutzverein Seengen unter Leitung von Claude Müller, Lenzburg, der einheimischen Schmetterlingswelt gewidmet. Dies im Nachgang zu dessen Einführungsreferat anlässlich der diesjährigen Generalversammlung.

Der Gang ging in eine prächtige Blumenwiese oberhalb des Hofes Holliger. Ja, es gibt sie noch, die wunderschönen «Sommervögel», wenn auch im Mittelland in deutlich geringerem Ausmass, als früher sowie im Vergleich zum Jura und den Alpen. Immerhin konnten während der Exkursion auf Schritt und Tritt eine grosse Anzahl folgender besonders beachtenswerter Falter gesichtet werden: das Grosse Ochsenauge, der braune Schmetterling mit den schönen Augen, in dieser Zeitperiode der häufigste Falter unserer Gegend. Sodann der schwarz-weisse Schachbrettfalter, früher im Mittelland aufgrund der intensivierten Landwirtschaft fast ausgestorben. Seither als positive Folge der stehen gelassenen Mahd-Inseln (Rückzugsstreifen für Insekten) auch in Seengen wieder deutlich zunehmend. Sowie der Distelfalter, dieser phänomenale Einwanderer aus Afrika, welcher während eines Jahres in mehreren Generationen die gewaltige Hin- und Her-Strecke von insgesamt bis zu 15’000 km über die Alpen bis nach Skandinavien und im Herbst wieder zurück fliegt. Des Weiteren konnten vor Ort die Auswirkungen des jeweiligen Mahd-Regimes (Schnittzeitpunkt, Staffelung, Altgrasstreifen) auf das mehr oder weniger grosse Aufkommen der Schmetterlinge in der mehrheitlich sehr intensiven Seenger Landwirtschaft thematisiert werden. Dies vor allem mit Blick auf die generell schwindende Insektenwelt, aber auch der in der Nahrungskette davon abhängigen Vogelarten. Allein in den letzten 20 Jahren hat die Biomasse der Insekten auch hierzulande um gut 70% abgenommen! Doch bereits in den vorherigen Jahrzehnten waren Artenvielfalt und Insektenmengen durch den veränderten Umgang mit der Natur massiv unter Druck geraten (ausgeräumte Landschaften, gesteigerte Grasproduktion durch Überdüngung, Einsatz von Pestiziden).

Abgerundet wurde die aufschlussreiche und spannende Exkursion durch Beobachtungen der vielen kreisenden Greifvögel und eines brütenden Turmfalkenpaares mitsamt Nachwuchs.