Druckschluss: 1. Mittwoch des Monats, 08.00 Uhr

zetzwil klz

Nahrhafte Einwohnergemeindeversammlung

Text und Bild: Elsbeth Haefeli

Die Gemeinde Zetzwil wird aktuell von den Kündigungen der Gemeindeschreiberin und der Finanzverwalterin sowie den Rücktritten der Gemeinderäte Heinzer und Stenz aufgewühlt. Auch die Traktandenliste mit dem Antrag auf eine Steuerfusserhöhung liess hundertzwanzig Stimmberechtigte Schulter an Schulter im vollen Gemeindesaal  von Anfang an eine intensive Versammlung erwarten. Eine Erhöhung der Steuern ist seit Jahren an fast jeder Gemeindeversammlung Thema. Nun soll sie Wirklichkeit werden.

Die ersten Traktanden, welche Kredite für die Umrüstung der Strassenbeleuchtung Berg-Wuest auf LED, die Anschaffung von Einzelarbeitsplätzen in der Schule sowie die Genehmigung von zusätz-Die ersten Traktanden, welche Kredite für die Umrüstung der Strassenbeleuchtung Berg-Wuest auf LED, die Anschaffung von Einzelarbeitsplätzen in der Schule sowie die Genehmigung von zusätzlichen Stellenprozenten für das Schulsekretariat wurden ohne grosse Diskussion durchgewunken. Gemeinderat Claudio Zanatta führte gekonnt und informativ durch seine Geschäfte.

Gemeindeammann Hegglis  Part waren anschliessend die anforderungsreichen Auslegungen des Budgets 2019, welches mit dem um fünf Prozent erhöhten Steuerfuss immer noch einen Aufwandüberschuss von Fr. 224‘000.– aufweist. Er erläuterte, dass die steigenden fixen Kosten kaum eigene Wünsche, wie etwa die Reparatur der Schulhausuhr, zuliessen. Mit 42% sei die Bildung der grösste Kostenfaktor, gefolgt von Pflegefinanzierung, Verkehr und den Verpflichtungen in der Gemeinde. Die Steuerfusserhöhung von 5% bringt Mehreinnahmen von Fr. 125‘000.–. «Das ist auch nicht der Wahnsinn», meinte Daniel Heggli nüchtern. Die Steuererhöhung bedeute für  eine Familie mit zwei Kindern in Ausbildung und Einkommen von Fr. 50‘000.– eine Mehrbelastung von Fr. 130.–. Eine Familie in gleicher Situation mit Einkommen von Fr. 100‘000.– würde in Zukunft Fr. 555.– mehr bezahlen. 
Heggli wies ebenfalls auf den Finanzplan mit den anfallenden Investitionen der kommenden Jahre, wie z. B. das Ersetzen der Gemeindehausheizung und die zusätzlichen Kosten der aufgeschobenen Nutzungsplanung hin.

Daniel Dietiker, Präsident der Finanzkommission, startete anschliessend mit der Frage: «Wo laufen wir hin?» Die Fiko habe ausführlich über das Budget und über den Verzicht auf Investitionen diskutiert. Sei aber zum Schluss gekommen, dass andere Gemeinden ebenfalls am Anschlag seien und man bei Ablehnung des Antrags die Konsequenzen tragen müsste. Die Fiko stehe hinter dem Gemeinderat mit seinem Begehren um Erhöhung von fünf Steuerprozenten. Bedingung sei aber die Durchsetzung des Sparwillens. 
Die anschliessende offene Diskussion, in welcher einige Gemeindemitglieder ihre Bedenken um die finanzielle Zukunft äusserten, schloss Heggli mit dem Versprechen, alles zu tun, um das Budget nicht unnötig zu strapazieren und der Vision einer Fusion, welche die Wynentaler Gemeinden irgendwann bis nach Teufenthal hinunter zusammenführen würden. Der Antrag, das Budget 2019 mit einem erhöhten Steuerfuss von 118% anzunehmen, wurde mit mehreren Gegenstimmen angenommen.

Unter dem Traktandum «Verschiedenes» wurde Ruedi Kasper verabschiedet, welcher seit 2008 als Stv. Brunnenmeister im Amt war und Marcel Burgherr wurde für dieses Amt begrüsst. Unter dem Traktandum «Verschiedenes» wurde Ruedi Kasper verabschiedet, welcher seit 2008 als Stv. Brunnenmeister im Amt war und Marcel Burgherr wurde für dieses Amt begrüsst. 

Offiziell verabschiedet wurden auch Rosmarie und Kurt Hirt, die während 32 Jahren für die Grab- und Friedhofspflege zuständig gewesen waren. Gemeinderätin Lilo Henkel bedankte sich bei den beiden, dass sie immer wieder Trauernden einen Platz zum Verweilen, für Begegnungen und Gespräche geboten hatten. «Ihr habt den Friedhof gehegt und gepflegt, als ob es euer eigener Garten gewesen wäre». Rosmarie erklärte anschliessend, dass sie den schönsten Arbeitsplatz auf der Welt gehabt hatte und bat darum, Sorge zu Friedhof und Chileli zu tragen. 

Der Punkt, bei welchem der Gemeindammann anschliessend die beiden Kündigungen und die Rücktritte von Vizeammann Heinzer und Gemeinderat Stenz ansprach, wurde wohl im ganzen Saal mit gemischten Gefühlen erwartet. Es sei ein schwerer Schlag für die Gemeinde und man werde lange daran zu kauen haben. Er sprach über Spekulationen, welche im Dorf die Runde machten und dass man im Gemeindehaus eine «Stillschweigevereinbarung» getroffen habe. Er bat um Verständnis und Vertrauen, dass keine Gründe veröffentlicht würden. Die ersten Stellenbewerbungen seien bereits eingetroffen. Gleichzeitig ist nun die Suche nach neuen Gemeindevertretern eröffnet und Heggli machte auch gleich Werbung. Es sei kein «Easy-Job», wie ihm das vor seinem Amtsantritt verheissen worden sei. Aber, die Kontakte und Themen der Gemeinde brächten grossen Mehrwert in sein Leben. Bis am 28. Dezember um 12 Uhr sollten sich die Kanditat/-innen für ein Gemeinderatsamt melden und am 10. Februar 2019 finden die Wahlen statt. Bis dann bleiben die beidenzurückgetretenen Gemeinderäte in ihrem Amt.

Vizeammann Heinzer ergriff am Schluss das Wort mit der Bitte um weiterhin sparsamen Umgang mit dem Trinkwasser. Das Quellwasser habe sich um 50% reduziert, weshalb das teure Grundwasser gepumpt werden müsse. Gleichzeitig verabschiedete und bedankte er sich bei Gemeinde und Vertretern für die Unterstützung und das Vertrauen der 21 Jahre seiner Amtszeit.