leimbach metall

lehrstellen

Die Jäger beim gemütlichen Zusammensitzen (v. l.): Leo von Wyl, Karl Hofmann und Ueli Wanderon.

Auf der Pirsch …

Text und Bild: Cornelia Suter

Vor über 39 Jahren hat Ueli Wanderon die Jagdprüfung absolviert. Heute ist er Pächter im 555 Hektaren grossen Jagdrevier Leimbach. Wir haben den 61-Jährigen einen Abend lang auf die Pirsch begleitet.

Brot, Salatgurke, Käse, ein Glas Wein und getrocknetes Hirschfleisch, alles schön angerichtet und auf einem blau-weiss-karierten Tischset serviert. Ueli Wanderon und seine Jagdkollegen haben ein Feuer gemacht und sitzen gemütlich um den Tisch, vor dem Unterstand Homberg. Sieht so die Jagd aus? «Nein, nein», lacht Ueli Wanderon verschmitzt: «Aber so beginnt unsere Jagd! Wir wollen vom gestressten Alltag zuerst Abstand finden, zur Ruhe kommen und ein paar Worte schwatzen miteinander. Die Jagd soll entspannend sein, es ist doch etwas Schönes.» Was Ueli Wanderon damit sagen will, erfahre ich eine halbe Stunde später gleich selbst. Zu zweit sitzen wir am Waldrand in einem kleinen Jägerhäuschen und schauen dem Sonnenuntergang zu. «Wie schön die Natur doch ist», flüstert der Jäger gedankenversunken und erklärt die Berggipfel, welche im rot-orange gefärbten Abendhimmel hell leuchten. Dann macht sich Ueli Wanderon bereit. Gekonnt bringt er ein paar vorgefertigte Dachlatten im Jägerhaus an: «Darauf kann ich meine Ellenbogen abstützen und so ganz gezielt schiessen», erklärt der Jäger, währenddem er in Richtung Waldrand schaut.

«Schau mal, da kommen schon die ersten Tiere.» Tatsächlich! Ganz zaghaft steckt ein Rehkitz seine Nase aus dem Gebüsch. Begleitet von seiner Mutter und einem weiteren Reh. Ueli Wanderon denkt jedoch nicht ans Schiessen: «Nein, nein, ein Muttertier mit seinem Jungen darf nicht geschossen werden.» Und das zweite Tier? «Ach, heute nicht», schmunzelt der erfahrene Jäger. In mir macht sich sofort eine Erleichterung breit. Zwar habe ich mich vorher darauf eingestellt, dass ein Tier geschossen werden könnte. Dass aber ein Jäger nicht immer zur Flinte greift, obwohl er die Möglichkeit dazu hätte, ist bewundernswert: «Ich habe 4 Jahre lang gebraucht nach meiner Jagdprüfung, bis ich endlich das erste Mal abgedrückt habe», lacht nun Ueli Wanderon und seine Stimme wird wieder etwas lauter: «Immer habe ich eine Ausrede gefunden. Einmal war der Wind zu stark, dann die Sicht nicht perfekt, eigentlich war ich aber einfach noch nicht bereit für einen Schuss auf ein Tier.» Die Rehe haben sich durch unsere Stimmen inzwischen wieder in den Wald zurückgezogen. In Sicherheit. Ohne zu wissen, dass Sie gerade sehr viel Glück gehabt haben. «21 Rehe muss unsere Jagdgesellschaft dieses Jahr abschiessen, das ist die Vorgabe vom Kanton. Und das kriegen wir locker hin», ergänzt Ueli Wanderon noch und räumt die Dachlatten im Jägerhaus wieder zusammen. Ja, so hat die Jagd tatsächlich etwas Schönes.

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