lehrstellen

Sagen aus Schongau und Umgebung

Stiefelreiter im Schongauer-Hof

Der Stiefelreiter von Muri war nicht bloss ein boshaftes und jähzorniges Männchen, er war auch ein Religionsspötter und Rechtsverdreher. Er speite die Flurkreuze am Wege an und beschädigte sogar noch die Landleute, die solche frisch errichteten ; da stahl er ihnen Nachts das Heu, holte im Baumgarten das Obst aus den Zweigen herunter und hob ihnen die Scheiterbeigen ab. Und weil er beim Abt von Muri im besten Ansehen stand, so wagte Niemand ihn zu verklagen, und sein Unwesen wurde immer grösser.

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Guggernül-Anneli und Gausserwibli

Auf einer Höhe des Lindenberges im Freienamte, welche der Guggernollen heisst, wohnt das Anneli, deren klagender Gesang immer Wetteränderung ankündigt; tiefer an demselben Berge liegt oberhalb dem Dorfe Buttwil der Wald Gausserhölzli, und auch ihn bewohnt ein ähnliches Wesen, das man nach seiner wehklagenden (gauzenden) Stimme das Gausserweiblein heisst. Nach einer unter dem katholischen Volke jener Gegend, namentlich um Bünzen und Althäusern lebenden Prophezeiung rufen diese Stimmen zum letzten male, wenn einst hier der letzte Kampf um Glauben und Freiheit ausgefochten werden soll. Dann wird man den ganzen weiten Lindenberg in der Morgensonne von den Bajonetten der Bernerbieter (d. h. der Reformirten) erglänzen sehen, als ob ein Eisenhag ums Land geflochten wäre. Die Männer gehen dann zum Kampfe, Weib und Kind aber braucht nur so weit zu fliehen, als man an einem Laib Brod zu essen hat.

In der Umgegend vom Dorfe Lütwil heisst ein Waldplatz Gugenrain. Hier wohnt das Gugenrain-Babeli, die man zwar für eine Kindsmörderin hält, sonst aber keineswegs scheut. Sie begegnet den Kindern, die Erdbeeren und Brombeeren im Walde suchen und zeigt dadurch zugleich den kommenden Witterungswechsel an. Nicht weit von ihr ist ein ähnlicher Waldplatz gelegen, welchen das Bachthal-Anneli bewohnt, vgl. «Das Bachmaidli zu Seon».

(nach Rochholz, Schweizer Sagen)

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Die Entstehung des Schongauerbades am Lindenberge

Das Bad, welches auf der Höhe des Lindenberges im Schlattholze liegt, führt eine ganze Reihe von Namen auf einmal. Bettwiler- und Schongauerbad nennt man es von der nahen Ortschaft und weil seine Stifter von Schongau gewesen sein sollen; Weissenbacherbad, nach dem Wohnort ds Bösewichts, von dem hier erzählt wird; Guggibad, entweder wegen der Weite der Aussicht, die man hier auf einer Seite durch die Lücken des Tannenwaldes hat, oder nach dem Gugger, dem Satan, oder weil der Blaubart hier hauste, der ein von Zorn und Aussatz brandrotes Gesicht hatte, und welcher deshalb auch Rüefengügges genannt wird. Heidenbad und der Elftausend-Mägdebrunnen war sein Name von Alters, so nennen es such die ersten gedruckten Berichte, die seine Heilkraft anempfehlen.

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