lehrstellen

Steuerfuss neu nur noch 72%

Text und Bild: Dirk C. Buchser

Ab 2022 senkt die Gemeinde Seengen den Steuerfuss um 5%. Diskussionen gab es hauptsächlich beim Projektierungskredit zum «Brestenbergbad». Alle Anträge des Gemeinderates wurden angenommen.

Am Schluss strahlten alle der 151 Anwesenden in der Doppelturnhalle in Seengen. Zum einen der Gemeinderat, welcher alle seine Geschäfte durchbrachte und zum anderen die Einwohner, welche neu mit einem Steuerfuss von 72% rechnen dürfen. Angefangen hatte die Gemeindeversammlung mit dem umstrittensten Punkt: Der Projektierungskredit von Fr. 44'000 für das Infrastrukturgebäude «Brestenbergbad». Schon im Vorfeld war von Seiten der FDP-Ortspartei Bedenken gegen das Projekt aufgekommen, am Freitagabend war es dann die SVP-Ortspartei, welche mit einem Rückweisungsantrag die Diskussionen startete. Die Ortspartei wollte die Instandsetzung der alten Dusche, ein neues Gebäude mit WC-Anlagen und einen Materialraum. Ein Kiosk, neue Duschen und Garderoben wurden nicht gewünscht. Am Schluss wurde der Rückweisungsantrag mit 47 Ja zu 91 Nein abgelehnt. So darf also das neue Brestenbergbad – die «Buvette» – projektiert werden.

Saniert werden dürfen auch diverse Gebäude und Strassen mit einem Bruttokredit von knapp 2,3 Millionen Franken. Zum einen sollte, wenn es keine Einsprachen oder sonstige Verzögerungen gibt, im nächsten Jahr die Fassandensanierung des Burgturms, die Verlegung der Einmündung der Brestenbergstrasse in die Unterdorfstrasse und die Werkleitungssanierung im Rötlenweg starten. Ein Jahr später, im 2023, folgt dann die Sanierung der Neugasse und des nördlichen Teils des Schmittenweges. Als 7. und letztes Traktandum folgte das Budget 2022. Natürlich mit dem Hauptaugenmerk auf die Steuerfusssenkung auf 72%, was die Gemeinde natürlich jetzt noch attraktiver macht. Trotz der Reduktion des Steuerfusses wurde nur ein Aufwandüberschuss von Fr. 74'300 budgetiert. Das Eigenkapital wuchs seit 2014 auf über 10,5 Mio. Franken an. Darum kam der Gemeinderat nicht darum herum, endlich den Steuerfuss zu senken. Auch rechnet der Gemeinderat mit einem überdurchschnittlichen Wachstum im nächsten Jahr von 2%. Ebenfalls beibehalten werden die Abgaben an die Imker (Fr. 30 pro Volk) und an die «Mäusefänger» (1 Franken pro Mäuseschwanz) – Mäuse wurden in den letzten Jahren wieder mehr gefangen als budgetiert.

Beim letzten Punkt der Gemeindeversammlung gab es dieses Jahr zahlreiche Verabschiedungen: Da die Schulpflege bekanntlich aufgelöst wird und die Arbeit an den Gemeinderat übertragen wird, wurden die fünf Mitglieder der Schulpflege verabschiedet. Präsident Sandro Lasen, Tanja Ferra, Daniel Fankhauser, Katja Stark und Eva Lüscher. Ebenfalls wurde der langjährige Stimmenzähler Hansueli Thut und Hans Sandmeier von der Steuerkommission verabschiedet. Neben dem warmen Applaus und einem Reisegutschein bekamen die Herren dazu drei Flaschen Wein und die Damen einen Blumenstrauss. Um 21.30 Uhr schloss der Gemeinderat die Gemeindeversammlung – wegen Corona ohne anschliessenden Apéro.

 

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