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lehrstellen

Sagen aus Unterkulm

Die Bestrafung des Tierquälers

Die Gemeinde Unterkulm wies das Brennholz, das sie alljährlich ihren Bürgern verteilt, im Herbste des Jahres 1841 auf der Höhe jener Felsen an, welche droben den Hochwald säumen.

Sie sind äusserst steil und glatt und waren bei dem damals andauernden Regenwetter um so schlüpfriger und gefährlicher. Eine Haushaltung hatte die ihr zukommende Holzgabe gegen Nacht fertig geladen, der Wagen stand an einem mit Buschwerk dicht bewachsenen Kreuzweg, in welchem die Kuh graste, die das Fuhrwerk herauf gezogen hatte. Da kam ein nackter Mann mit einem Lichte aus dem Hohlweg herauf gesprungen und verschwand unter lautem Geschrei wieder im Busche, sein Licht erlosch. So nahmen die Leute dies für ein sehr böses Zeichen; gleichwohl holten sie den Stier nicht, sondern spannten die eine Kuh wieder ein. Beim Heimfahren rissen die Stricke und die Überlast schlug dem Tiere ein Bein ab. Damit war’s noch nicht genug; als Tags darauf der Sohn die Äpfel vom Baume abnehmen wollte, stürzte er gleichfalls herunter und beschädigte sich übel.

(nach Rochholz, Schweizer Sagen)

 

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