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Zu Besuch bei …

Metal Paint AG in Menziken

Text und Bild: Fabienne Hunziker

In der monatlichen Serie «Zu Besuch bei» stellen wir in allen Dorfheftli eine Firma vor, die man vom Namen her kennt, vielleicht aber nicht genau weiss, was hinter den Kulissen produziert wird. Wir waren zu Besuch bei Metal Paint AG, dem Bandbeschichter in Menziken.

Die Metalpaint AG an der Badstrasse in Menziken ist einer von zwei Bandbeschichtern in der Schweiz. Trotz der eher bescheidenen Grösse des Unternehmens in weltweitem Vergleich, profitiert die Firma davon, mit der Produktion von kleineren und mittleren Mengen eine oft gefragte Möglichkeit abzudecken. Als eigenständiges Unternehmen entstand die Metal Paint AG im Jahre 1990. Davor war die Bandbeschichtung ein Teil der Aluminium Menziken AG, womit das Unternehmen heute über 60 Jahre Branchenerfahrung verfügt.

Im Dreischichtbetrieb sind in der Metal Paint AG dreissig Mitarbeiter beschäftigt. Rund die Hälfte davon sind Arbeitsplätze in der Administration oder an einem Computer im Betrieb, um die Anlagen zu steuern, sowie die gewünschte Zusammensetzung der Lacke zu gewährleisten. Um die Abläufe so effizient wie möglich zu gestalten, ist in jedem Bereich eine umfangreiche Planung notwendig, berichtet Geschäftsführer Markus Reber. Die Firma beschichtet gewalzte Metallbänder aus Stahl und Aluminium für die  anschliessende Weiterverarbeitung beim Kunden. Mit dem Coil-Coating-Verfahren und der individuellen Lackauswahl wird die ideale Voraussetzung dafür geschaffen, die Bänder im Anschluss problemlos zu formen und zu bearbeiten. Je nach Einsatzgebiet können die Teile im Anschluss gestanzt, profiliert, gezogen oder geklebt werden. Ein Verfahren, welches sich in vielen Bereichen als kostengünstiger erweist, als einzelne Teile erst im Anschluss an die Verarbeitung zu lackieren. Die nach der Lackierung und Trocknung wieder aufgerollten Bänder werden unter anderem für die Pharmaindustrie, die Uhren- oder Textilindustrie sowie für Lamellenstoren, Tore oder Deckenplatten verarbeitet. Auch die Deckfolie für Autoembleme namhafter Automarken wurden schon in Menziken hergestellt. In der Uhrenherstellung wird das dünne, lackierte Aluminium für die Zifferblätter verwendet, welches beim Kunden im Anschluss jeweils noch digital bedruckt und veredelt wird. Auch in der Herstellung von Waschmaschinen, Fassadenverkleidungen oder Möbeln ist beschichtetes Metall gefragt, zunehmend wird es auch in der Automobilindustrie eingesetzt. Die intensive Zusammenarbeit mit dem Industrielackhersteller Mäder in Killwangen ermöglicht eine ideale, flexible und schnelle Fertigung, welche von Kunden weltweit geschätzt wird. Um marktfähig zu bleiben und die Umweltbelastung zu verringern, hat das Unternehmen 2014 eine Investition von über einer Million Franken getätigt. Die Abluftreinigungsanlage ermöglicht der Metal Paint AG eine Halbierung der Energiekosten, indem die Abwärme für den Trocknungsofen und für die Vorbehandlung wiederverwendet wird. Der CO2 -Ausstoss konnte mit dieser Anlage um die Hälfte reduziert werden. Ohne diese Anlage wären die Krisen in der Vergangenheit, sowie die auch aktuelle, nicht zu meistern gewesen, betont Markus Reber. Glücklicherweise konnten sie aus jeder der vergangenen Krisen gestärkt weitermachen. Hürden wie Eurokurs, Strafzoll, Lieferfristen und Verschärfungen von Gesetzen und Vorgaben bei Import und Export beispielsweise, gäbe es immer wieder zu überwinden, sagt der gelernte Maschinenbauer Markus Reber. Auch die Vorschriften und Messwerte der verwendeten Chemikalien erfordern oft Massnahmen und Veränderungen in den Arbeitsprozessen. Die genaue Rückverfolgbarkeit der Materialien und die Ausweisung exakter Kennzahlen der Inhaltsstoffe erfordert eine aufwändige Administration. Gemeinsam mit Zoll- und Transportpapieren ist somit bei jedem Auftrag ein enormer Aufwand vorausgesetzt. Mit einem Team aus motivierten und fachkundigen Mitarbeitern in jedem Bereich, seien die Abläufe aber sehr gut einzuhalten, was einen sehr optimistischen Blick in die Zukunft erlaubt.

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