Veröffentlicht 03. August 2022

Leishmaniose

Text: Eing.
Bild: Sven Lachmann auf pixabay

Bereits zum zweiten Mal wurde uns der Collie mit Nasenbluten vorgestellt. Wir befragten die Besitzer, ob sie im Haushalt Rattengift anwenden würden, oder mit ihrem Hund im Süden am Mittelmeer in den Ferien gewesen seien, um möglichen Ursachen auf den Grund zu kommen. Beides verneinten sie. «Leider» wurde bei der Endoskopie der Nase in der Klinik weder ein Fremdkörper noch ein Pilzbefall (Aspergillose) gefunden. Wir waren etwas ratlos und als der Hund zum wiederholten Male Nasenbluten hatte, dazu auch noch keine Fresslust mehr zeigte und erbrochen hatte, nahmen wir Blut ab.

Beim Ausfüllen des Laborantrages fiel uns die Chipnummer mit dem Ländercode 724 auf (für Spanien, die Schweiz hat 756 zuvorderst, wie bei der AHV-Nummer). Wieso denn das? Und weshalb heisst der Hund eigentlich «Gaudi»? «Das ist wegen dem spanischen Architekten Antonio Gaudi und weil wir den Hund aus Spanien adoptiert haben», antworteten die Besitzer. Hatten wir denn nicht gefragt, ob sie mit dem Hund am Mittelmeer waren? «Aber wir waren wirklich nie in den Ferien mit dem Hund, er stammt nur aus Spanien und wurde uns durch eine Tierschutzorganisation vermittelt.» Für korrekte Antworten braucht es eben auch die richtigen Fragen, das weiss ich seither. Mit dieser Anamnese war dann der Verdacht auf eine Leishmaniose-Infektion gegeben und wurde vom Labor auch bestätigt.

Leishmanien sind einzellige Parasiten, welche durch den Stich von Sandmücken, die sich hauptsächlich in wärmeren Klimazonen wie der Mittelmeerregion aufhalten, von einem Hund zum anderen übertragen werden. Es kann lange dauern, bis die Krankheit nach der Übertragung der Leish­manien durch den Mückenstich sichtbar wird, daher hatte «Gaudi» auch erst so spät Symptome entwickelt. Und die Symptome sind sehr mannigfaltig: Hautveränderungen, Blutungen (wie Nasenbluten), Nierenschäden, vergrösserte Lymphknoten, Abgeschlagenheit, Abmagerung, Blutarmut … Mit Medikamenten können die Krankheitssymptome reduziert und meistens eine angemessene Lebensqualität ermöglicht werden. Ganz heilbar ist die Krankheit aber nicht und die Medikamente müssen oft monate- bis lebenslang gegeben, sowie Blut- und Urinwerte regelmässig überprüft werden. Unter den Medikamenten besteht ein erhöhtes Risiko für Harnsteinbildung, weshalb zusätzlich eine purinarme Diät empfohlen wird. Wenn Sie also mit ihrem Hund in den Süden reisen, meiden Sie die Abendstunden der Dämmerung im Freien und schützen Sie ihren Hund (und auch sich selber) mit einem Mückenrepellent (Halsband oder spot on) vor den Stichen der Sandmücke.

Dr. med. vet. Patrick Curschellas
Kleintierpraxis Dr. S. Küng AG
6215 Beromünster
www.kleintierpraxiskueng.ch

 

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