lehrstellen

Ratgeber Gesundheit

Danke

Bild: zVg.

Eigentlich wollte ich hier als Chirurg nichts über Corona schreiben, denn dies ist nicht mein Fachgebiet und Virologen und Epidemiologen wesentlich geeigneter, das Krankheitsbild und die Ausbreitung von Covid-19 zu erklären. Aber ich habe mich geärgert über sogenannte «Hygiene-Demos» und die dort verbreiteten Unwahrheiten, so, dass ich als interessierter Bürger einmal eine Lanze brechen möchte für die Menschen, die uns durch diese Krise geführt haben.

Es gab weder eine Blaupause noch erhebt die Politik, auch nicht die Wissenschaft, den Anspruch alles richtig gemacht zu haben. Trotzdem muss man festhalten, dass die getroffenen Massnahmen erfolgreich waren und dadurch unser Gesundheitssystem nicht überlastet wurde. Einen richtigen Lockdown wie in Italien, Spanien oder in Teilen von Frankreich gab es nebenbei in der Schweiz in dieser Form gar nicht, die jedoch trotzdem für viele Menschen sehr einschneidenden Massnahmen werden nun richtigerweise schrittweise gelockert.

Man könnte sich darüber verständigen, alles im Rahmen der Voraussagbarkeit richtig oder zumindest nicht allzu falsch gemacht zu haben. Die Öffentlichkeit wurde täglich in einem mehrstündigen Point de Presse informiert, alle Massnahmen eingehend erklärt. Im Nachhinein wird man durch Untersuchungen feststellen können, welche Massnahmen mehr und welche eventuell weniger gebracht haben. Auch ich hätte mir gewünscht, dass man eine Maskenpflicht überhaupt und auch früher einführt, so hat wahrscheinlich jeder inte­ressierte Bürger in dem einen oder anderen Punkt etwas auszusetzen.

Aber das darf nicht daran hindern, das grosse Ganze zu sehen. Dass bis jetzt eine grosse Gefahr von der Bevölkerung abgewendet wurde.

Ich bin dankbar, dass ein angenehm unaufgeregter Daniel Koch sowie ein an der Aufgabe gewachsener Alain Berset durch die Krise geführt haben. Es kann auch anders laufen, wie es sich gerade in den USA und Brasilien zeigt. Dort bringen populistische, völlig überforderte Regierungen ihre Bevölkerung an den Rand einer Katastrophe.

Das Ergreifen von Massnahmen soll sich nicht wiederholen, verantwortlich hierfür ist jedoch die Bevölkerung, die sich an Abstandsgebote und Hygienemassnahmen auch weiterhin halten sollte. So tun wir dies auch im ZOC Wynental. Ein Händedesinfektionsspender steht am Eingang für die Patienten und für uns Ärzte natürlich schon immer in jedem Zimmer. Das Tragen der Masken ist für uns Chirurgen normal, für das Personal inzwischen ebenso.

Dr. Michael Kettenring

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